Zürich Sozialversicherungsgericht

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Entscheide



UV.2006.00098

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichter Meyer

Sozialversicherungsrichterin Pfiffner Rauber

Gerichtssekretär Wilhelm
Urteil vom 5. Dezember 2006
in Sachen
K.___
 
Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Dominique Chopard
Werdstrasse 36, 8004 Zürich

gegen

''Zürich'' Versicherungs-Gesellschaft
Rechtsdienst, Generaldirektion Schweiz
Postfach, 8085 Zürich
Beschwerdegegnerin


Sachverhalt:
1.      
1.1     K.___, geboren 1975, war ab August 1995 bei der A.___ AG als Zahntechniker angestellt und dadurch bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft (nachfolgend: Zürich) gegen die Folgen von Unfällen versichert. Am 3. Dezember 1995 erlitt er einen Schleuderunfall (Urk. 9/Z1, Urk. 9/ZM1) mit seitlich-frontaler Kollision und zog sich dadurch gemäss dem Bericht des Spitals B.___, Klinik für Unfallchirurgie, vom 19. Dezember 1995 eine Hirnerschütterung, eine Distorsion der Halswirbelsäule (HWS), eine Klavikulafraktur rechts sowie eine Kontusion des rechten Oberschenkels zu. Die stationäre Behandlung am Spital B.___ dauerte vom 3. bis 6. Dezember 1995 (Urk. 9/ ZM39). Die Nachbetreuung fand beim Hausarzt Dr. med. C.___, Arzt für Allgemeine Medizin FMH, statt, der die Wiedererlangung der vollen Arbeitsfähigkeit und den Abschluss der Behandlung per 20. Januar 1996 bescheinigte (Urk. 9/ZM1-2). Für die Dauer der Behandlung respektive der Arbeitsunfähigkeit richtete die Zürich Leistungen (Kostenvergütung, Taggeld) aus (Urk. 9/Z2, Urk. 9/Z6).
1.2     Ab Juli 1999 traten beim Versicherten zunächst im Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) und später im gesamten Rückenbereich anhaltende Beschwerden auf, die sowohl ambulante als auch stationäre ärztliche Behandlungen nach sich zogen (Urk. 9/Z3-10). Am 6. Dezember 2001 reichte die nunmehrige Arbeitgeberin des Versicherten, die D.___ AG, eine Rückfallmeldung ein (Urk. 9/Z19). Mit Verfügung vom 24. April 2002 lehnte die Zürich in Verneinung eines Zusammenhangs der neu aufgetretenen Beschwerden mit dem Unfallereignis aus dem Jahr 1995 die Ausrichtung weiterer Versicherungsleistungen ab (Urk. 9/Z34). Gegen diese Verfügung erhob der Versicherte mit Eingabe vom 24. Mai 2002 Einsprache (Urk. 9/Z38). Mit Einspracheentscheid vom 10. Februar 2003 wies die Zürich die Einsprache ab (Urk. 9/Z52).
1.3     Gegen diesen Einspracheentscheid erhob der Versicherte am 19. Mai 2003 am hiesigen Gericht Beschwerde mit dem Antrag, die Zürich sei zu verpflichten, den massgeblichen Sachverhalt rechtsgenüglich zu ermitteln (Urk. 9/Z61/2). Nachdem die Zürich den Einspracheentscheid vom 10. Februar 2003 mit Verfügung vom 12. Juni 2003 wiedererwägungsweise aufgehoben hatte, schrieb das hiesige Gericht das Verfahren zufolge Gegenstandslosigkeit ab (Urk. 9/Z75).
1.4     In der Folge wurde der Versicherte einer Begutachtung am Zentrum E.___ unterzogen (Urk. 9/Z115). Gestützt auf das Gutachten des E.___ vom 5. November 2004 (Urk. 9/Z116), zu welchem der Versicherte am 6. Januar 2005 Stellung genommen hatte (Urk. 9/142A), verneinte die Zürich den Leistungsanspruch des Versicherten mit Verfügung vom 11. Februar 2005 erneut (Urk. 9/143). Dagegen erhob der Versicherte am 16. März 2005 Einsprache (Urk. 9/144) und begründete diese am 9. Mai 2005 (Urk. 9/147). Die Zürich wies die Einsprache mit Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2005 ab (Urk. 9/156 = Urk. 2).

2.       Gegen den Einspracheentscheid vom 13. Dezember 2005 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 14. März 2006 Beschwerde mit dem Antrag, dieser sei aufzuheben und die Zürich zu verpflichten, die gesetzlichen Versicherungsleistungen auszurichten (Urk. 1). In der Beschwerdeantwort vom 30. Mai 2006 beantragte die Zürich die Abweisung der Beschwerde (Urk. 8). Am 6. Juni 2006 wurde der Schriftenwechsel geschlossen und dem Versicherten entsprechend seinem Gesuch ein unentgeltlicher Rechtsbeistand bestellt (Urk. 10). Mit Eingabe vom 12. Juni 2006 (Urk. 11) reichte der Versicherte zwei Arztberichte ein (Urk. 12/1-2) sowie mit Eingabe vom 21. August 2006 (Urk. 13) drei weitere zusammen mit einer Schilderung des Tagesablaufs für die Zeit vom 27. Februar bis 8. März 2006 (Urk. 14/1-4).


Das Gericht zieht in Erwägung:
1.      
1.1     Die für die Beurteilung des Leistungsanspruchs nach Unfällen sowie bei Rückfällen und Spätfolgen von Unfällen anwendbaren Gesetzesbestimmungen und Grundsätze hat die Beschwerdegegnerin im angefochtenen Einspracheentscheid zutreffend aufgeführt. Zutreffend sind auch die Ausführungen zum Erfordernis des natürlichen Kausalzusammenhangs als allgemeine Leistungsvoraussetzung (Urk. 2 S. 0 f. lit. B Ziff. 1 f.). Darauf ist zu verweisen.
1.2     Nebst dem natürlichen Kausalzusammenhang setzt die Leistungspflicht des Unfallversicherers im Weiteren voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden ein adäquater Kausalzusammenhang besteht. Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 129 V 181 Erw. 3.2, 405 Erw. 2.2, 125 V 461 Erw. 5a).
         Für die Beurteilung der Frage, ob ein Unfall nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und der allgemeinen Lebenserfahrung geeignet ist, eine psychische Gesundheitsschädigung herbeizuführen, ist nach der in BGE 115 V 133 ergangenen Rechtsprechung auf eine weite Bandbreite von Versicherten abzustellen. Dazu gehören auch jene Versicherten, die aufgrund ihrer Veranlagung für psychische Störungen anfälliger sind und einen Unfall seelisch weniger gut verkraften als Gesunde, somit im Hinblick auf die erlebnismässige Verarbeitung des Unfalles zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko gehören, weil sie aus versicherungsmässiger Sicht auf einen Unfall nicht optimal reagieren (BGE 115 V 135 Erw. 4b).
         Für die Bejahung des adäquaten Kausalzusammenhanges zwischen dem Unfall und psychischen Gesundheitsschädigungen ist im Einzelfall zu verlangen, dass dem Unfall für die Entstehung der Arbeits- beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit eine massgebende Bedeutung zukommt. Dies trifft dann zu, wenn er objektiv eine gewisse Schwere aufweist oder mit anderen Worten ernsthaft ins Gewicht fällt (vgl. RKUV 1996 Nr. U 264 S. 288 Erw. 3b; BGE 115 V 141 Erw. 7 mit Hinweisen). Für die Beurteilung dieser Frage ist an das Unfallereignis anzuknüpfen, wobei - ausgehend vom augenfälligen Geschehensablauf - folgende Einteilung vorgenommen wurde: banale beziehungsweise leichte Unfälle einerseits, schwere Unfälle anderseits und schliesslich der dazwischen liegende mittlere Bereich (BGE 115 V 139 Erw. 6; vgl. auch BGE 120 V 355 Erw. 5b/aa; SVR 1999 UV Nr. 10 Erw. 2).
         Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
- körperliche Dauerschmerzen;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 115 V 140 Erw. 6c/aa).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb, vgl. auch BGE 120 V 355 Erw. 5b/aa; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 Erw. 2).
1.3     Nach Abschluss des Schriftenwechsels unaufgefordert eingereichte Stellungnahmen einer Partei sind aus dem Recht zu weisen; demgegenüber sind nach Abschluss des Schriftenwechsels eingereichte Beweismittel, namentlich Gutachten, insoweit zu berücksichtigen, als diese etwas zur Feststellung des rechtlich massgebenden Sachverhalts beizutragen vermögen (RKUV 1985 Nr. K 646 S. 239 Erw. 3b = ZAK 1986 S. 190 Erw. 3b; Gygi, Bundesverwaltungsrechtspflege, 2. Aufl., Bern 1983, S. 194).

2.
2.1     Vorliegend strittig ist die Frage, ob zwischen den vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und dem Unfallereignis vom Dezember 1995 ein Kausalzusammenhang besteht. Die Beschwerdegegnerin verneint dies mit der Begründung, aus den medizinischen Unterlagen ergebe sich, dass der Beschwerdeführer seit 1999 an Rückenbeschwerden leide und deshalb in ärztlicher Behandlung sei. Von einem Unfallereignis als Ursache sei in den entsprechenden Berichten nicht die Rede. Namentlich aus dem Gutachten des E.___ ergebe sich kein solcher Zusammenhang. Die Gutachter legten nachvollziehbar dar, dass ein Kausalzusammenhang unwahrscheinlich sei. Aufgrund der Beurteilung sei nach dem Unfall vom Dezember 1995 der sogenannte status quo ante spätestens ein Jahr später wieder erreicht gewesen. Tatsächlich habe der Beschwerdeführer bereits im Januar 1996 seine Arbeit wieder aufgenommen und es seien in der Folge auch keine ärztlichen Behandlungen mehr nötig gewesen. Eine Brückensymptomatik bezüglich der 1999 aufgetretenen Beschwerden liege nicht vor. Der Hausarzt Dr. C.___ habe in seinem Bericht vom 9. Januar 2001 erwähnt, der Beschwerdeführer sei der Auffassung, seine Rückenprobleme seien eine Folge des Unfalls aus dem Jahr 1995, von ärztlicher Seite werde diese Auffassung aber nicht bestätigt, namentlich auch nicht vom behandelnden Psychiater Dr. med. F.___, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, der in seinem Bericht vom 30. März 2004 lediglich festgehalten habe, die Aktenlage sei reichhaltig und verwirrend (vgl. Urk. 9/ZM47). Aufgrund der medizinischen Unterlagen sei ein natürlicher Kausalzusammenhang lediglich möglich. Mit überwiegender Wahrscheinlichkeit stehe ein solcher nicht fest (Urk. 2 S. 4 f. Ziff. 3 ff., Urk. 8 S. 3 ff. Ziff. 3 ff.).
2.2     Der Beschwerdeführer stellt sich auf den Standpunkt, die seitliche Aufprallkollision im Jahr 1995 sei heftig gewesen. Gerade ein Seitenaufprall könne zu schwerwiegenden Verletzungen führen und die Chronifizierungsrate sei bei solchen Unfällen höher. Der Unfall sei mithin geeignet gewesen, das für eine Distorsion der HWS typische Beschwerdebild hervorzurufen. Tatsächlich seien nach dem Unfall auch derartige Beschwerden (Nackenschmerzen, Schmerzen im Bereich der rechten Halsmuskulatur) vorhanden gewesen. Dies belege das Zeugnis von Dr. C.___ vom 15. Dezember 1995 (vgl. Urk. 9/ZM1). Das Vorliegen einer HWS-Distorsion sei in der Folge von den Ärzten des B.___ diagnostiziert worden. Der Entscheid der Beschwerdegegnerin basiere auf dem Gutachten des E.___, gemäss welchem ein natürlicher Kausalzusammenhang eher unwahrscheinlich sei, weil die Arbeit bereits 1,5 Monate nach dem Unfall wieder aufgenommen worden sei. Die Tatsache, dass in vollem Umfang wieder eine Erwerbstätigkeit ausgeübt worden sei, schliesse einen Kausalzusammenhang aber nicht aus. Tatsächlich seien die Beschwerden nie vollständig abgeklungen. Praxisgemäss genüge es, wenn ein sogenanntes typisches Beschwerdebild vorliege. Danach seien die Gutachter des E.___ nicht gefragt worden. Hinzu komme, dass der im Gutachten erwähnte Aktenauszug nicht alle relevanten Akten umfasse, und dass das Gutachten im Ergebnis widersprüchlich sei. Zum einen sei darin die Diagnose eines chronischen panvertebralen Schmerzsyndroms bei Status nach Autounfall 1995 mit Commotio cerebri und HWS-Distorsionstrauma gestellt, jedoch der Kausalzusammenhang verneint worden. Auf das E.___-Gutachten könne nicht abgestellt werden. Im Gegensatz zu den Gutachtern des E.___ habe sich Dr. F.___ auch zur Unfallkausalität der somatoformen Schmerzstörung geäussert und diese bejaht. Dr. F.___ habe auch berücksichtigt, dass die Persönlichkeitsstörung zwar vorbestehend gewesen sei, dass aber vor dem Unfall gleichwohl eine volle Leistungsfähigkeit bestanden habe. Zusammenfassend stehe fest, dass die aktuellen Beschwerden zumindest teilweise Folge des Unfalls von 1995 seien (Urk. 1 S. 5 ff. Ziff. 3 ff.).

3.
3.1     Entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers trifft es nicht zu, dass im E.___-Gutachten der natürliche Kausalzusammenhang ausschliesslich mit der Begründung verneint wurde, 1,5 Monate nach dem Ereignis habe der Beschwerdeführer die Arbeit wieder aufgenommen und habe dann bis zum September 1999 voll gearbeitet. Dies ist nur eine der Begründungen (vgl. Urk. 9/ZM116 S. 25 f. Ziff. 5.1). Des Weiteren führten die Gutachter des E.___ an, dass das chronische panvertebrale Syndrom vorwiegend myofaszial bedingt sei. Pathologisch-strukturelle Veränderungen hätten keine festgestellt werden könnten. Mithin liege eine somatoforme Schmerzstörung vor (Urk. 9/ZM116 S. 26 Ziff. 5.2.1). Dies bedeutet, dass von einem primär psychopathologischen Geschehen auszugehen ist. Ob dieses, wovon die Gutachter ausgehen, in keinem natürlich-kausalen Zusammenhang mit dem Unfall von 1995 steht, kann mit Blick auf die Adäquanzprüfung (vgl. nachstehende Erw. 4) offen gelassen werden.
3.2     Der Umstand, dass die Gutachter des E.___ nicht explizit danach gefragt wurden, ob ein für eine HWS-Distorsion typisches Beschwerdebild vorliege (vgl. Urk. 1 S. 7 f. Ziff. 6), stellt entgegen der Auffassung des Beschwerdeführers keinen Mangel dar. Das typische bunte Beschwerdebild bei einer HWS-Distorsion setzt sich nach der Rechtssprechung namentlich aus folgenden Symptomen zusammen: diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Übelkeit, rasche Ermüdbarkeit, Visusstörungen, Reizbarkeit, Affektlabilität, Depression, Wesensveränderung (BGE 117 V 360 Erw. 4a). Gewisse Beschwerden dieser Art (Kopfschmerzen, Unwohlsein, Schwindel) traten beim Beschwerdeführer erstmals im Jahr 2002 auf. Zuvor sind entsprechende Beschwerden nicht aktenkundig. Es kann hierzu auf die Aktenzusammenfassung im Gutachten des E.___ verwiesen werden (Urk. 9/116 S. 1 ff. Ziff. 1). Inwiefern, was der Beschwerdeführer geltend macht, die Aktenzusammenfassung unvollständig wäre (vgl. Urk. 1 S. 8 Ziff. 6), ist nicht ersichtlich. Die nicht berücksichtigten Unterlagen bezeichnete er nicht näher, insbesondere nicht an der von ihm bezeichneten Fundstelle (Urk. 1 S. 7 Ziff. 5). Das Vorliegen von sogenannten Schleudertraumabeschwerden ist nach dem Gesagten nicht ersichtlich. Aus dem Gutachten des E.___ ergibt sich vielmehr, dass die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden, so auch Kopfschmerzen, Schwindel, Unwohlsein (Urk. 9/ZM116 S. 6 oben), auf die somatoforme Schmerzstörung zurückzuführen sind.
3.3     Weshalb die Diagnose des chronischen panvertebralen Schmerzsyndroms im Widerspruch zur Verneinung des Kausalzusammenhangs stehen soll, legt der Beschwerdeführer nicht überzeugend dar. Die Diagnose im Gutachten des E.___ ist aufgrund der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden nachvollziehbar und ausreichend begründet (vgl. Urk. 9/ZM116 S. 15 ff. Ziff. 3.3.1). Indessen fehlt es an organischen Korrelaten, welche die Beschwerden im geklagten Ausmass erklären und insbesondere nach dem Unfall vom Dezember 1995 ergaben sich keine Anhaltspunkte für unfallbedingte organische Läsionen oder strukturelle Veränderungen (vgl. Urk. 9/ZM37-39). Durch den Unfall bedingte organische Ursachen für das Schmerzsyndrom liegen mithin keine vor.
3.4     Die Kritik des Beschwerdeführers, das Gutachten des E.___ äussere sich nicht zur Unfallkausalität der diagnostizierten somatoformen Schmerzstörung, trifft nicht zu. Die Gutachter des E.___ kamen ausdrücklich zum Schluss, die somatoforme Schmerzstörung sei unfallfremd (Urk. 9/ZM116 S. 26 Ziff. 5.2.1). Im Übrigen kommt der Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs angesichts der Adäquanzbeurteilung keine fallrelevante Bedeutung zu (vgl. nachstehende Erw. 4).
3.5     Weitere Beanstandungen im Zusammenhang mit der Begutachtung durch das E.___ erhob der Beschwerdeführer nicht und es sind auch keine Gründe ersichtlich, weshalb nicht darauf abgestellt werden könnte. Das Gutachten ist für die streitigen Belange umfassend, beruht auf allseitigen Untersuchungen, berücksichtigt die geklagten Beschwerden, wurde in Kenntnis der Vorakten abgegeben, ist in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtend und die Schlussfolgerungen sind begründet (vgl. BGE 125 V 352 Erw. 3a, 122 V 160 Erw. 1c).
3.6     Daran vermögen die vom Beschwerdeführer mit der Beschwerde und die nach Abschluss des Schriftenwechsels zusätzlich eingereichten ärztlichen Berichte respektive Arztatteste nichts zu ändern.
         Bei den Attesten von Dr. phil. G.___, FMH Anästhesie, Psychosomatische und Sozialmedizin, Psychoanalytiker, vom 3. November 2005 und der Klinik H.___, vom 7. November 2005 handelt es sich ausschliesslich um Bescheinigungen von Arbeitsunfähigkeit (Urk. 3/3-4), was für die Beurteilung der vorliegend strittigen Kausalität nicht relevant ist.
         Der Bericht des H.___ vom 13. März 2006 (Urk. 12/1) bestätigt die aus dem Gutachten des E.___ bekannten Diagnosen, zur Frage der Kausalität enthält er keine weiteren Ausführungen. Dr. G.___ bejaht im Bericht vom 12. März 2006 zwar den natürlichen Kausalzusammenhang zwischen dem Unfall von 1995 und der diagnostizierten Persönlichkeitsänderung respektive der Persönlichkeitsstörung (Urk. 12/2), mit Blick auf die Adäquanzbeurteilung (vgl. nachfolgende Erw. 4) kommt dieser Frage aber keine entscheidende Bedeutung zu.
         Keine respektive keine schlüssigen Feststellungen zur Frage des natürlichen Kausalzusammenhangs enthalten die Berichte von Dr. med. I.___, Allgemeine Medizin FMH, vom 14. März und 7. Juli 2006, und die Berichte von Dr. med. J.___, Facharzt FMH für Neurologie, Computer-Tomographie, vom 13. Juli 2006 und von der Universitätsklinik Balgrist vom 24. März 2005 (Urk. 14/1-4).
         Bei den Schilderungen des Beschwerdeführers über die Tagesabläufe zwischen dem 27. Februar und dem 8. März 2006 (Urk. 14/5) handelt es sich sodann um eine reine Parteidarstellung, der keine Beweistauglichkeit zugemessen werden kann.

4.
4.1     Der vom Beschwerdeführer erlittene Schleuderunfall, bei dem er mit seinem Wagen aufgrund eines unvorhergesehenen Manövers eines anderen Fahrers ins Schleudern geriet, worauf es zur seitlichen Kollision mit einem weiteren Fahrzeug kam (vgl. Urk. 9/ZM116 S. 10 Ziff. 2.4), ist als mittlerer Unfall einzustufen. Obschon es sich aufgrund der Schäden am Wagen (vgl. Urk. 9/147/2) um einen nicht unerheblichen Zusammenprall gehandelt haben muss, sind die Voraussetzungen für die Einstufung des Vorfalls im Grenzbereich zu den schweren Unfällen nicht gegeben. Hierfür bedürfte es zusätzlicher erschwerender objektiver Faktoren, wie beispielsweise das Herausschleudern aus dem Fahrzeug oder einem Sturz des Fahrzeugs über eine steile und tiefe Böschung (vgl. Rumo-Jungo, Bundesgesetz über die Unfallversicherung, 3. A., Zürich 2003, S. 57).
4.2     Zu den zusätzlichen objektiven Kriterien, welche für die Bejahung der Adäquanz bei einem mittelschweren Unfallereignis gegeben sein müssen, ergibt sich das Folgende:
- Besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls sind nicht ersichtlich.
- Der Beschwerdeführer erlitt keine Verletzungen, welche erfahrungsgemäss geeignet sind, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen und die ärztliche Behandlung der Unfallfolgen dauerte nicht ungewöhnlich lange (vgl. Urk. 9/ ZM1-2, Urk. 9/ZM39).
- Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen verschlimmerte, ist nicht aktenkundig und es kam weder zu einem schwierigen Heilungsverlauf noch zu erhebliche Komplikationen.
- Die Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit nach dem Unfall hielt sich in engen Grenzen. Bereits gegen Ende Januar 1996 nahm der Beschwerdeführer seine Arbeit wieder auf.
- Was das Kriterium der Dauerbeschwerden betrifft, so liegen solche vor, jedoch ist zu beachten, dass diese vor allem Folge der psychischen Fehlentwicklung sind.
         Zusammenfassend ergibt sich somit, dass von den zu erfüllenden Kriterien lediglich ein einziges als bedingt gegeben erachtet werden kann. Dies kann nicht zur Bejahung der Adäquanz führen. Dem Unfall vom 3. Dezember 1995 muss die Eignung abgesprochen werden, eine psychische Fehlentwicklung auszulösen.
         Die Verneinung des Kausalzusammenhangs durch die Beschwerdegegnerin ist nach dem Gesagten nicht zu beanstanden, weshalb die Beschwerde abzuweisen ist.

5.       Nach Einsicht in die Honorarnote vom 28. November 2006 ist Rechtsanwalt Dominique Chopard für seine Bemühungen als unentgeltlicher Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 1’442.-- (Barauslagen und Mehrwertsteuer inbegriffen) aus der Gerichtskasse zu entschädigen.
Das Gericht erkennt:
1.         Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.         Das Verfahren ist kostenlos.
3.         Rechtsanwalt Dominique Chopard wird für seine Bemühungen als unentgeltlicher Rechtsvertreter des Beschwerdeführers mit Fr. 1’442.-- (Barauslagen und Mehrwertsteuer inbegriffen) aus der Gerichtskasse entschädigt.
4.         Zustellung gegen Empfangsschein an:
- Rechtsanwalt Dominique Chopard
- ''Zürich'' Versicherungs-Gesellschaft unter Beilage je einer Kopie von Urk. 11, 12/1-2, 13 und 14/1-5
- Bundesamt für Gesundheit
           sowie an:
- die Gerichtskasse
5.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Eidgenössischen Versicherungsgericht Verwaltungsgerichtsbeschwerde eingereicht werden.
Die Beschwerdeschrift ist dem Eidgenössischen Versicherungsgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, in dreifacher Ausfertigung zuzustellen.
Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift der beschwerdeführenden Person oder ihres Vertreters zu enthalten; die Ausfertigung des angefochtenen Entscheides und der dazugehörige Briefumschlag sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die beschwerdeführende Person sie in Händen hat (Art. 132 in Verbindung mit Art. 106 und 108 OG).