Zürich Sozialversicherungsgericht

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Entscheide



UV.2008.00167

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Engler, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichterin Weibel-Fuchs

Ersatzrichterin Arnold Gramigna

Gerichtssekretär Möckli
Urteil vom 23. Februar 2010
in Sachen
X.___
 
Beschwerdeführerin

vertreten durch Patronato INCA
Luisenstrasse 29, Postfach 1614, 8031 Zürich

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin


Nach Einsicht in die durch den Patronato INCA im Namen von X.___, Witwe des am 29. Dezember 2003 verstorbenen Y.___, am 13. Mai 2008 gegen den Einspracheentscheid der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) vom 15. April 2008 (Urk. 2) erhobene Beschwerde, worin X.___ unter Beilage des Berichts von Dr. med. Z.___ vom 10. Februar 2007 (Urk. 3) Hinterlassenenleistungen geltend macht, da der Tod ihres Ehemannes auf die während seiner Tätigkeit in der Schweiz erlittene Bleivergiftung zurückzuführen sei (Urk. 1), sowie in die weiteren Verfahrensakten,
unter Hinweis,
dass Y.___ während seiner Tätigkeit bei der damaligen Accumulatoren Fabrik A.___ zwischen 1970 bis 1975 unbestrittenermassen einer erhöhten Bleiaufnahme ausgesetzt war, weshalb er aufgrund der auftretenden gesundheitlichen Probleme am 23. Dezember 1975 definitiv als ungeeignet für Arbeiten mit Bleikontakt erklärt (Urk. 8/20) und per Ende 1975 entlassen wurde (Urk. 8/25), worauf er nach Italien zurückkehrte,
dass die Beschwerdegegnerin ihre Leistungen (Heilungskosten, Taggeld) per 12. Februar 1976 einstellte, da sie Y.___ nach einem Kuraufenthalt in der Zürcher Höhenklinik B.___ (Bericht vom 16. Februar 1976, Urk. 8/33) als von der bleibedingten Berufskrankheit geheilt betrachtete (Urk. 8/37),
dass Y.___ in den Jahren 1979 und 1984 wegen neu aufgetretener Gesundheitsstörungen, welche er auf die berufsbedingte Bleiexposition zurückführte, einen Anspruch auf Versicherungsleistungen geltend machte (vgl. Urk. 8/43 und Urk. 8/79), was die Beschwerdegegnerin nach umfangreichen externen und internen Abklärungen (Gutachten von Prof. Dr. med. C.___, Kantonsspital D.___, vom 29. Juli 1980 [Urk. 8/60]; Beurteilung von Dr. med. E.___, Spezialarzt FMH für Innere Medizin und Arbeitsmedizin, vom 27. November 1987 [Urk. 8/89]) ablehnte (Verfügungen vom 9. September 1980 [Urk. 8/63] und vom 16. Februar 1988 [Urk. 8/92]),
dass das hiesige Gericht gegen einen weiteren ablehnenden Entscheid der Beschwerdegegnerin mit Beschluss vom 18. August 2004 mangels Anfechtungsgegenstandes nicht eintrat (Urk. 8/113),
in Erwägung,
dass die Beschwerdegegnerin in Erw. 1-3 des angefochtenen Einspracheentscheides die materiell- und beweisrechtlichen Grundsätze, welche die Rechtsprechung zur Leistungspflicht aus Berufskrankheit nach Art. 9 Abs. 1 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) in Verbindung mit Art. 14 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) und Anhang I/UVV sowie Art. 9 Abs. 2 UVG aufgestellt hat, zutreffend darlegte, worauf verwiesen werden kann,
dass in Frage steht, ob der Tod von Y.___ im Sinne der Rechtsprechung "vorwiegend" durch die schädigende Bleieinwirkung in den Jahren 1970-1975 verursacht wurde, das heisst, ob diese Schädigung mehr wiegt (>50 %) als alle andern mitbeteiligten Ursachen (BGE 119 V 200 Erw. 2a),
dass Dr. E.___ aufgrund der neu aufgelegten (darunter z.T. auch bereits bekannten) medizinischen Unterlagen (vgl. Urk. 8/109) am 5. Dezember 2003 eine Neubeurteilung des Falles vornahm und mit überzeugender und nachvollziehbarer Begründung das Lungen- und Leberleiden, die cerebralen Krampfanfälle und insbesondere das neu diagnostizierte Pharynx-/Hypopharynxkarzinom (vgl. Bericht des Istituto F.___ vom 26. Mai 2003, Urk. 8/109) eher auf den langjährigen und überdurchschnittlichen Tabak- und Alkoholkonsum zurückführte als auf die vor bald 30 Jahren stattgefundene erhebliche Bleiexposition, da diese das heutige Krankheitsbild nicht erklären könne, zumal zwischenzeitlich auch die Bleiwerte erheblich abgesunken sein dürften (Urk. 8/106),
dass Y.___ schliesslich an der Krebserkrankung bzw. der damit zusammenhängenden Tumorkachexie verstarb (Urk. 8/115), einem Leiden, für dessen Entstehung gemäss Dr. E.___ in der Fachliteratur hauptsächlich die Risikofaktoren Tabak und Alkohol genannt werden (Urk. 8/117; vgl. auch Urk. 9 und Pschyrembel, 259. Aufl., S. 759),
dass keine neuen Erkenntnisse ersichtlich sind, welche die beschwerdegegnerische Beurteilung des Zusammenhangs zwischen der früheren Bleiexposition und dem Tod von Y.___ in einem neuen Licht erscheinen liessen,
dass daran der Bericht von Dr. Z.___ vom 10. Februar 2007 (Urk. 3) nichts ändert; selbst wenn dessen Auffassung, die vor 30 Jahren erlittene Bleivergiftung habe für die Vielzahl von Beschwerden eine gewisse Rolle gespielt, nicht völlig von der Hand zu weisen ist, so entbehrt doch die Behauptung, das Blei sei mit hoher Wahrscheinlichkeit für die Entstehung des Karzinoms verantwortlich, einer wissenschaftlich fundierten Begründung und bleibt damit eine unbelegte Hypothese,
dass die Beschwerdeführerin somit nicht nachzuweisen vermag, dass der Tod ihres Ehemannes vorwiegend auf die Folgen der Bleivergiftung zurückzuführen ist, was zur Abweisung der Beschwerde führt,


erkennt das Gericht:
1.         Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.         Das Verfahren ist kostenlos.
3.           Zustellung gegen Empfangsschein an:
- Patronato INCA
- Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
- Bundesamt für Gesundheit
4.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
           Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
           Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).