Zürich Sozialversicherungsgericht

kantone/zh_sozverger/UV.2008.00322.html 

Entscheide



UV.2008.00322

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Engler, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichter Hurst

Ersatzrichterin Arnold Gramigna

Gerichtssekretär Wyler
Urteil vom 28. Juni 2010
in Sachen
X.___
 
Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Domenico Acocella
Acocella Keller Wolf Schilter, Rechtsanwälte und Urkundspersonen
Herrengasse 3, Postfach 17, 6431 Schwyz

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin


Sachverhalt:
1.
1.1     Der 1969 geborene X.___ bezog nach Beendigung seiner Tätigkeit als Koch im Restaurant Y.___, Zürich, (Arbeitgeberbescheinigung vom 9. Januar 1999, Urk. 7/62) ab dem 1. Januar 1999 Taggelder der Arbeitslosenversicherung und war damit gestützt auf Art. 2 der Verordnung über die Unfallversicherung von arbeitslosen Personen obligatorisch bei der Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen versichert (Unfallmeldung UVG für arbeitslose Personen vom 6. Juli 1999, Urk. 7/1). Am 14. Juni 1999 erlitt er bei einer Frontalkollision mit einem entgegenkommenden Fahrzeug mehrfache, schwere Verletzungen. Auf der Intensivstation des Spitals F.___ wurde folgende Diagnose erstellt: Polyblessé mit Scapulafraktur (Spina Scapulae) links, Rippenserienfraktur dorsal links 1-3, obere und untere Schambeinastfraktur mit Ausläufern ins Acetabulum links, offene Oberschenkelfraktur links à deux étages (lat. Schenkelhals-, Femurschaft-Querfraktur), luxierte E.___-C-Fraktur links, offene penetrierende Knieverletzung links und Crush-Niere (Urk. 7/4). In der Folge durchlief X.___ eine längere Heilungs- und Rehabilitationsphase, während welcher die SUVA Taggeldzahlungen erbrachte. Nach Abschluss der Behandlung der somatischen Unfallfolgen verblieben dem Versicherten Beschwerden, insbesondere am linken Bein und Fuss (Sprunggelenk). Zur Abklärung psychischer Störungen fanden sodann mehrere psychiatrische Beurteilungen statt, wobei unter anderem das Gutachten Z.___ vom 3. September 2002 eingeholt wurde (Urk. 7/128). Mit Verfügung vom 17. Juli 2003 gewährte die SUVA X.___ ab dem 1. August 2003 eine Invalidenrente auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 20 % sowie eine Integritätsentschädigung von Fr. 16'194.--, entsprechend einer Einbusse der Integrität von 16,66 % (Urk. 7/151). Mit Einspracheentscheid vom 12. Oktober 2004 (Urk. 7/160), Urteil des hiesigen Gerichts vom 9. November 2005 (Urk. 7/163) und Urteil des Bundesgerichts vom 30. Mai 2007 (Urk. 7/175) wurde die Verfügung der SUVA bestätigt.
1.2         Nachdem der Versicherte mit Schreiben vom 12. Juni 2006 der SUVA einen Rückfall gemeldet hatte (Urk. 7/193), teilte diese ihm mit Verfügung vom 21. September 2007 mit, da er zum Zeitpunkt des Rückfalls keine Einkünfte erwirtschaftet und eine Rente einer Sozialversicherung (SUVA) bezogen habe, seien keine Taggelder geschuldet. Nach den ärztlichen Berichten sei die Heilung so weit fortgeschritten, dass der Rückfall habe abgeschlossen werden können. Die Versicherungsleistungen seien per 10. August 2007 eingestellt worden. Gemäss Beurteilung des Kreisarztes habe der Rückfall keine namhafte Verschlechterung des Befundes am linken Fuss verursacht. Weder das Zumutbarkeitsprofil noch die Höhe des Integritätsschadens hätten sich verändert. Es werde ihm daher weiterhin die bereits laufende Rente von 20 % ausgerichtet (Urk. 7/210). Die vom Beschwerdeführer am 24. Oktober 2007 erhobene Einsprache (Urk. 7/211) wies die SUVA mit Entscheid vom 21. August 2008 ab (Urk. 2).

2.         Hiergegen liess X.___ am 22. September 2008 durch Rechtsanwalt Dr. Domenico Acocella Beschwerde erheben und beantragen, es seien ihm die gesetzlichen UVG-Leistungen, insbesondere das Taggeld sowie eine höhere IV-Rente und eine höhere Integritätsentschädigung als mit Verfügung vom 17. Juli 2003 gewährt, auszurichten. Gleichzeitig stellte er ein Gesuch um unentgeltliche Prozessführung und unentgeltliche Rechtsvertretung (Urk. 1). Nachdem die Beschwerdegegnerin mit Beschwerdeantwort vom 3. November 2008 um Abweisung der Beschwerde ersucht hatte (Urk. 6), wurde der Schriftenwechsel mit Verfügung vom 10. November 2008 als geschlossen erklärt (Urk. 8).

3.       Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:

1.       Strittig und zu prüfen ist, ob der Beschwerdeführer die Anspruchsvoraussetzungen für Taggelder der Unfallversicherung erfüllt und ob sich sein Invaliditätsgrad und seine Integritätseinbusse seit der Festlegung durch die Beschwerdegegnerin am 12. Oktober 2004 verändert haben.

2.
2.1     Die Beschwerdegegnerin verneinte einen Taggeldanspruch des Beschwerdeführers, mit der Begründung, gemäss Art. 23 Abs. 8 der Verordnung über die Unfallversicherung (UVV) sei für die Bestimmung des Taggeldanspruches bei Rückfällen der unmittelbar zuvor bezogene Lohn, mindestens aber ein Taggeld von zehn Prozent des Höchstbetrages des versicherten Tagesverdienstes massgebend, ausgenommen bei Rentnern der Sozialversicherung. Da der Beschwerdeführer zum Zeitpunkt des Rückfalls keine Einkünfte erwirtschaftet habe, liege kein Lohnausfall vor (Urk. 7/210 und Urk. 2).
2.2     Der Beschwerdeführer lässt hiergegen vorbringen, Art. 23 Abs. 8 UVV sei gesetzeswidrig und deshalb nicht anzuwenden. Der Verordnungsgeber habe in der Verordnung die besonderen Fälle zu regeln, er habe dabei Ungleichbehandlungen zu vermeiden. Dies wäre aber bei Art. 23 Abs. 8 UVV der Fall, wenn ungeachtet des IV-Grades der Minimalschutz weggenommen würde. Die Bestimmung könne daher nur bei Vollrentnern mit einem IV-Grad von 100 % Anwendung finden. Da die Rente die volle Arbeitsunfähigkeit abdecke, rechtfertige sich hier, den Minimalschutz zu verweigern. Bei Teilrentnern bestehe theoretisch noch eine Arbeitsfähigkeit, die sie verwerten könnten. Falls sie dies nicht machten, gelte der Minimalschutz (Urk. 1 S. 6).
2.3     Der Beschwerdeführer erzielte vor dem Rückfall vom April 2006 kein Einkommen, sondern er bezog eine Rente der Unfallversicherung auf der Basis einer Erwerbsunfähigkeit von 20 %. Die Beschwerdegegnerin verneinte daher in Übereinstimmung mit Art. 23 Abs. 8 UVV einen Taggeldanspruch des Beschwerdeführers. Entgegen den Ausführungen des Beschwerdeführers ist Art. 23 Abs. 8 UVV nicht nur bei Voll-, sondern auch bei Teilrentnern anzuwenden. Die Ungleichbehandlung zwischen Teilrentnern und voll erwerbsfähigen Versicherten, wonach lediglich letztere Anspruch auf ein minimales Taggeld haben, ist sachlich gerechtfertigt. Teilrentner einer Sozialversicherung beziehen nämlich im Gegensatz zu voll erwerbsfähigen Versicherten durch ihre Teilrente bereits ein minimales Einkommen. Durch Art. 23 Abs. 8 UVV wird also sowohl voll erwerbsfähigen Versicherten als auch Teilrentnern ein minimales Einkommen garantiert. Es ist daher nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin einen Taggeldanspruch des Beschwerdeführers verneint hat.

3.
3.1     Das Bundesgericht hat mit Urteil vom 30. Mai 2007 festgehalten, dass der Beschwerdeführer nur noch an somatischen Restfolgen des Unfalls vom 14. Juni 1999 leide (Urk. 7/175/3). Dem damaligen Entscheid lag eine 100%ige Arbeitsfähigkeit des Beschwerdeführers in einer behinderungsangepassten Tätigkeit zugrunde, wobei aufgrund der somatischen Einschränkungen des Beschwerdeführers von einem um 20 % reduzierten Einkommen ausgegangen wurde (Urk. 7/151, Urk. 7/160 und Urk. 7/163).
3.2     Dr. med. A.___, Facharzt für Orthopädische Chirurgie, diagnostizierte mit Bericht vom 23. März 2006 beim Beschwerdeführer (1) posttraumatisch freie Gelenkkörper des linken Sprunggelenks, (2) eine posttraumatische Arthrose des oberen Sprunggelenks nach luxierter E.___-C-Fraktur links, (3) eine Begleitsynovitis des oberen Sprunggelenkes, (4) eine Aussenrotation und Verkürzung des linken Femurs bei Status nach offener Oberschenkelfraktur und Gammamarknagelung und (5) einen Status nach Osteosynthese der Malleolarfraktur links. Die subjektiven Beschwerden des Beschwerdeführers seien glaubhaft und stimmten eindeutig mit den klinischen Untersuchungsbefunden überein. Die Schmerzen im Bereich des linken Sprunggelenks seien mechanischer Natur. Sie seien durch die Verletzung und die daraus entstandenen freien Gelenkkörper zwischen Fibula und Talus verursacht (Urk. 7/187). Am 18. April 2006 entfernte Dr. A.___ dem Beschwerdeführer operativ zwei grosse Fragmente am distalen Fibulaende extra- und intraartikulär. Das Sprunggelenk zeigte eine deutliche Knorpeldegeneration. Der Eingriff verlief komplikationslos (Urk. 7/166/11). Am 8. Mai 2006 teilte Dr. A.___ mit, der bisherige Verlauf spreche für eine Besserung des Gesundheitszustandes. Die subjektiven Angaben seien weniger dramatisch und der jetzige Schmerz sei erträglich, bei Belastung kaum störend. Die Wundheilung benötige allerdings noch weitere vier bis sechs Wochen. Sobald die Schwellung zurückgehe, sei mit einer Verbesserung der Situation zu rechnen. Die lang anhaltenden Schmerzen und die Ungewissheit über die Ursache hätten wahrscheinlich den Beschwerdeführer teilweise auch psychisch belastet. Es sei nicht zu vergessen, dass der linke Fuss aufgrund des Unfallereignisses einen schweren Schaden erlitten habe und die Fusswurzelgelenke massiv in Mitleidenschaft gezogen worden seien. Diese Veränderungen, die als posttraumatische Arthrose zu bezeichnen seien, seien durch die Massschuhversorgung optimal versorgt (Urk. 7/166/3-4). Nachdem Dr. A.___ der Beschwerdegegnerin am 5. September 2006 mitgeteilt hatte, der Beschwerdeführer werde momentan nicht mehr medizinisch behandelt (Urk. 7/195), überwies er den Beschwerdeführer am 14. Juli 2008 zur Prüfung, ob eine weitere Behandlung in Frage komme, an die Klinik G.___ (Urk. 7/223).
3.3     Dr. med. B.___, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, berichtete am 17. Mai 2006 Rechtsanwalt Dr. Acocella, der gegenwärtige Zustand des Beschwerdeführers sei gekennzeichnet durch eine gedrückte Stimmung, Mangel an Interesse und einer deutlichen Antriebslosigkeit. Weiter bestünden eine ausgeprägte Hoffnungslosigkeit, Durchschlafstörungen und Selbstwertprobleme. Die Symptomatik habe sich unter adäquater Medikation zwischenzeitlich gebessert, sei nun seit Bekanntwerden des übersehenen freien Gelenkkörpers durch die vorbehandelnden Ärzte jedoch wieder verstärkt aufgetreten. Der Beschwerdeführer sehe sich in seinem Glauben bestätigt, falsch behandelt worden zu sein. Er wirke sehr gekränkt und vermute dahinter sogar Absicht der SUVA-Ärzte, was als krankheitsbedingte eingeschränkte Realitätswahrnehmung zu interpretieren sei. Diagnostisch handle es sich demnach aktuell um eine mittelschwere depressive Episode (ICD-10 F32.0), zeitweise sogar mit Anteilen einer eingeschränkten Realitätswahrnehmung, ohne aber das Ausmass klarer psychotischer Symptome zu erreichen. Die Diagnose einer Anpassungsstörung gemäss ICD-10 könne aktuell nicht (mehr) gestellt werde, da sowohl das Zeitkriterium (maximal zwei Jahre Dauer) als auch das Symptomausmass überschritten worden seien. Momentan liege eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit aus psychischen Gründen für sämtliche Tätigkeiten vor. Die ungeklärte Ursache der Schmerzen am Sprunggelenk und die Vermutung, von den bisherigen Ärzten nicht ernst genommen zu werden, hätten nebst anderen möglichen Faktoren beim Beschwerdeführer wahrscheinlich zu einer resignativen und depressiven Symptomatik geführt, die heute in einer eingeschränkten Arbeitsfähigkeit aus psychischen Gründen resultiere (Urk. 7/166/7-9).
3.4     Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Rheumatologie und Physikalische Medizin, teilte der Beschwerdegegnerin am 5. Januar 2007 mit, der Beschwerdeführer stehe wegen Rückenschmerzen immer noch bei ihm in Behandlung. Bezüglich der Fussproblematik führe er im Moment keine Behandlung und Kontrollen durch (Urk. 7/198).
3.5         Kreisarzt Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Chirurgie, hielt am 16. Februar 2007 fest, die Beschwerdegegnerin habe bei unbestrittener Unfallkausalität die operative Entfernung der posttraumatischen Ossifikationen im Bereich der Fibulaspitze im Sinne eines Rückfalls anerkannt. Erhebliche neue Erkenntnisse lägen jedoch nicht vor. Die Operations-Indikation sei zwar nachvollziehbar, trotzdem sei es nicht wahrscheinlich, dass dadurch die Sprunggelenksbeschwerden erheblich gebessert würden, denn die im Vordergrund stehende  Arthrose sei irreparabel. Allerdings sei die OSG-Beweglichkeit noch ziemlich gut. Es könne keine Rede davon sein, dass der Kreisarzt etwas Wesentliches übersehen hätte. Bei einer OSG-Beweglichkeit von 10-0-30°, also ohne Anhaltspunkte für eine Gelenkblockierung, habe auch in Kenntnis der Ossifikationen an der Fibulaspitze (häufig nach Malleolarfrakturen) damals sicher keine zwingende Operations-Indikation, speziell auch angesichts der psychiatrischen Problematik, bestanden. Eine relevante mechanische Störung im Gelenk selber habe sich auch bei der Operation vom 18. April 2006 nicht gezeigt. Diese Ossifikationen könnten nur einen geringen Anteil der Beschwerden erklären. Jedenfalls änderten diese Nebenbefunde auch retrospektiv nichts an der Beurteilung von Zumutbarkeit und Integritätsschaden (Urk. 7/173).
3.6         Kreisarzt Dr. E.___ hielt am 8. August 2007 fest, der medizinische Endzustand sei erreicht. Der Rückfall habe keine namhafte Veränderung des somatischen Befundes des linken Fussgelenkes verursacht. Integritätsentschädigung und Zumutbarkeitsprofil seien unverändert (Urk. 7/206).

4.
4.1         Kreisarzt Dr. D.___ legte in seiner Beurteilung vom 16. Februar 2007 in nachvollziehbarer Weise dar, dass sich der Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nach der Operation vom 18. April 2006 aus somatischer Sicht insoweit gebessert hat, dass der gleiche Zustand wie im Zeitpunkt der Zusprache der Rente und der Integritätsentschädigung wieder erreicht wurde. Dr. D.___ nahm zwar, wie der Beschwerdeführer zutreffend anführt (Urk. 1 S. 9), zur Frage des Vorliegens einer neuen Tatsache Stellung. Aus seinem Bericht geht jedoch trotzdem klar und in nachvollziehbarer Weise hervor, dass postoperativ keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes vorliegt und dass eine weitere Verbesserung des Gesundheitszustandes nicht mehr zu erwarten ist, da die im Vordergrund stehende Arthrose irreparabel ist (Urk. 7/173). Die Einschätzung von Dr. D.___ deckt sich denn auch mit derjenigen von Kreisarzt Dr. E.___, welcher ebenfalls festhielt, dass der medizinische Endzustand vorliegt und die Integritätseinbusse sowie das Zumutbarkeitsprofil unverändert geblieben sind (Urk. 7/206).
4.2     Dr. A.___ führte am 8. Mai 2006 ebenfalls keine Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Beschwerdeführer im Vergleich zum Zeitpunkt der ursprünglichen Renten- und Integritätsentschädigungszusprache an. Im Gegenteil hält er fest, dass durch die Operation eine Besserung des Gesundheitszustandes habe erzielt werden können (Urk. 7/166/3).
         Am 5. September 2006 teilte Dr. A.___ der SUVA sodann mit, der Beschwerdeführer werde nicht mehr medizinisch behandelt (Urk. 7/195). Daraus kann geschlossen werden, dass nach seiner Ansicht der medizinische Endzustand erreicht worden ist. Am 14. Juli 2008 überwies er den Beschwerdeführer zwar zur Prüfung, ob eine weitere Behandlung in Frage komme, an die Klinik G.___ (Urk. 7/223). Konkrete Hinweise, dass beim Beschwerdeführer noch nicht der Endzustand erreicht worden war, nennt er jedoch nicht.
4.3         Während sich Dr. B.___ lediglich zum psychischen Gesundheitszustand des Beschwerdeführers äusserte (Urk. 7/166/7-9), hielt Dr. C.___ fest, der Beschwerdeführer sei wegen der Fussproblematik nicht mehr in Behandlung (Urk. 7/198). Hieraus kann geschlossen werden, dass auch Dr. C.___ von weiteren Behandlungen keine Besserung mehr erwartet.
4.4     Nach dem Gesagten ist nicht zu beanstanden, dass die Beschwerdegegnerin den somatischen Vorzustand als erreicht erachtete und durch weitere Behandlungsmassnahmen keine Besserung mehr für möglich hielt.

5.
5.1     Der Beschwerdeführer macht geltend, dass er neben den somatischen Beschwerden auch an psychischen Unfallfolgen mit Krankheitswert leide. Das Bundesgericht hat mit Urteil vom 30. Mai 2007 psychische Unfallfolgen mit krankheitswert verneint (Urk. 7/175). Da das Bundesgericht lediglich den Sachverhalt bis zum Einspracheentscheid der Beschwerdegegnerin vom 12. Oktober 2004 beurteilt hat, bleibt zu prüfen, ob danach ein unfallbedingter psychischer Gesundheitsschaden beim Beschwerdeführer aufgetreten ist. Wie nachfolgend jedoch zu zeigen ist, kann offen bleiben, ob der Beschwerdeführer tatsächlich an einer psychischen Störung mit Krankheitswert leidet, welche in einem natürlichen Kausalzusammenhang mit dem Unfall vom 14. Juni 1999 steht, da ein adäquater Kausalzusammenhang auf alle Fälle zu verneinen ist.  Nach der Rechtsprechung hat ein Ereignis dann als adäquate Ursache eines Erfolges zu gelten, wenn es nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge und nach der allgemeinen Lebenserfahrung an sich geeignet ist, einen Erfolg von der Art des eingetretenen herbeizuführen, der Eintritt dieses Erfolges also durch das Ereignis allgemein als begünstigt erscheint (BGE 125 V 461 Erw. 5a, 123 V 103 Erw. 3d, 139 Erw. 3c, 122 V 416 Erw. 2a, 121 V 49 Erw. 3a mit Hinweisen; RKUV 1997 Nr. U 272 S. 172 Erw. 3a).
5.2     Der Unfall vom 14. Juni 1999, bei dem der Beschwerdeführer bei einer Geschwindigkeit von etwa 60 Stundenkilometer mit einem entgegenkommenden Fahrzeug frontal kollidierte (Einstellungsverfügung der Bezirksanwaltschaft Zürich vom 16. März 2000, Urk. 7/35), ist als mittelschwerer im Grenzbereich zu den schweren Unfällen zu qualifizieren. Bei Unfällen aus dem mittleren Bereich lässt sich die Frage, ob zwischen Unfall und psychischen Folgen ein adäquater Kausalzusammenhang besteht, nicht aufgrund des Unfalles allein schlüssig beantworten. Es sind daher weitere, objektiv erfassbare Umstände, welche unmittelbar mit dem Unfall im Zusammenhang stehen oder als direkte beziehungsweise indirekte Folgen davon erscheinen, in eine Gesamtwürdigung einzubeziehen. Als wichtigste Kriterien sind zu nennen:
- besonders dramatische Begleitumstände oder besondere Eindrücklichkeit des Unfalls;
- die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, insbesondere ihre erfahrungsgemässe Eignung, psychische Fehlentwicklungen auszulösen;
- ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung;
- körperliche Dauerschmerzen;
- ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen erheblich verschlimmert;
- schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen;
- Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit (BGE 134 V 116 Erw. 6.1, 115 V 140 Erw. 6c/aa).
Der Einbezug sämtlicher objektiver Kriterien in die Gesamtwürdigung ist nicht in jedem Fall erforderlich. Je nach den konkreten Umständen kann für die Beurteilung des adäquaten Kausalzusammenhangs ein einziges Kriterium genügen. Dies trifft einerseits dann zu, wenn es sich um einen Unfall handelt, welcher zu den schwereren Fällen im mittleren Bereich zu zählen oder sogar als Grenzfall zu einem schweren Unfall zu qualifizieren ist (vgl. RKUV 1999 Nr. U 346 S. 428, 1999 Nr. U 335 S. 207 ff.; 1999 Nr. U 330 S. 122 ff.; SVR 1996 UV Nr. 58). Anderseits kann im gesamten mittleren Bereich ein einziges Kriterium genügen, wenn es in besonders ausgeprägter Weise erfüllt ist, wie z.B. eine auffallend lange Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit infolge schwierigen Heilungsverlaufes. Kommt keinem Einzelkriterium besonderes beziehungsweise ausschlaggebendes Gewicht zu, so müssen mehrere unfallbezogene Kriterien herangezogen werden. Dies gilt umso mehr, je leichter der Unfall ist. Handelt es sich beispielsweise um einen Unfall im mittleren Bereich, der aber dem Grenzbereich zu den leichten Unfällen zuzuordnen ist, müssen die weiteren zu berücksichtigenden Kriterien in gehäufter oder auffallender Weise erfüllt sein, damit die Adäquanz bejaht werden kann. Diese Würdigung des Unfalles zusammen mit den objektiven Kriterien führt zur Bejahung oder Verneinung der Adäquanz. Damit entfällt die Notwendigkeit, nach andern Ursachen zu forschen, die möglicherweise die psychisch bedingte Erwerbsunfähigkeit mitbegünstigt haben könnten (BGE 115 V 140 Erw. 6c/bb, vgl. auch BGE 120  V 355 Erw. 5b/aa; RKUV 2001 Nr. U 442 S. 544 ff., Nr. U 449 S. 53 ff., 1998 Nr. U 307 S. 448 ff., 1996 Nr. U 256 S. 215 ff.; SVR 1999 UV Nr. 10 Erw. 2).
5.3
5.3.1   Beim Unfall vom 14. Juni 1999 kollidierte der Beschwerdeführer frontal mit einem entgegenkommenden Fahrzeug. Der Beschwerdeführer konnte sich nach dem Unfall ebenso wenig an den Unfallhergang erinnern wie der Lenker des entgegenkommenden Fahrzeugs. Später erklärt der Beschwerdeführer, dass er mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 Stundenkilometer unterwegs gewesen sei, als er festgestellt habe, dass ein entgegenkommendes Fahrzeug sich teilweise auf seiner Fahrspur befinde. Da er nicht mehr habe ausweichen können, sei es zur Kollision gekommen (Urk. 7/35). Weder aus der Schilderung des Beschwerdeführers noch aus den objektiven Feststellungen betreffend den Unfallhergang gehen besonders dramatische Begleitumstände oder eine besondere Eindrücklichkeit des Unfalls hervor. Das Kriterium der besonders dramatischen Begleitumstände oder besonderen Eindrücklichkeit des Unfalls ist daher nicht erfüllt.
5.3.2   Der Beschwerdeführer erlitt beim Unfall vom 14. Juni 1999 eine Scapulafraktur (Spina Scapulae) links, eine Rippenserienfraktur dorsal links 1-3, eine obere und untere Schambeinastfraktur mit Ausläufern ins Acetabulum links, eine offene Oberschenkelfraktur links à deux étages (lat. Schenkelhals-, Femurschaft-Querfraktur), eine luxierte E.___-C-Fraktur links, eine offene penetrierende Knieverletzung links und eine Crush-Niere (Urk. 7/4). Diese Verletzungen sind erheblich. Da sie jedoch nicht von besonderer Art sind, ist das Kriterium der Schwere oder besonderen Art der erlittenen Verletzungen zwar erfüllt, jedoch nicht in ausgeprägter Weise.
5.3.3 Die vom Beschwerdeführer benötigten ärztlichen Behandlungen sind und waren im üblichen Rahmen. Das Kriterium "ungewöhnlich lange Dauer der ärztlichen Behandlung" ist daher nicht erfüllt.
5.3.4 Der Beschwerdeführer klagt seit dem Unfall vom 14. Juni 1999 über Schmerzen (Urk. 7/223), welche medizinisch erklärbar sind. Unbelastet schmerzt ihn sein Fuss jedoch nicht (kreisärztliche Untersuchung vom 17. Januar 2003, Urk. 7/136). Das Kriterium der Dauerschmerzen ist daher, wenn auch nicht in ausgeprägter Weise, erfüllt.
5.3.5 Eine ärztliche Fehlbehandlung, welche die Unfallfolgen verschlimmert hätte, liegt nicht vor. Insbesondere liegt in der Tatsache, dass die von Dr. A.___ am 18. April 2006 vorgenommene Operation nicht schon früher durchgeführt wurde, keine Fehlbehandlung vor. Kreisarzt Dr. D.___ legt nämlich in nachvollziehbarer Weise dar, dass die Operation medizinisch zwar angemessen, jedoch nicht zwingend notwendig war (Erw. 3.6).
5.3.6 Ein schwieriger Heilungsverlauf und erhebliche Komplikationen liegen ebenfalls nicht vor. Zwar musste sich der Beschwerdeführer am 18. April 2006 im Rahmen eines Rückfalls einer Operation unterziehen, doch genügt dies nicht, damit das Kriterium des schwierigen Heilungsverlaufs oder erheblichen Komplikationen erfüllt ist, zumal die Operationsindikation nicht eindeutig vorhanden gewesen ist (Erw. 3.5).
5.3.7 Der Beschwerdeführer ist aus somatischer Sicht in behinderungsangepasster Tätigkeit zu 100 % arbeitsfähig (Erw. 3/1). Diese 100%ige Arbeitsfähigkeit besteht seit dem 22. Juni 2000 (Bericht der Klinik H.___ vom 4. August 2000, Urk. 7/37). Der Beschwerdeführer war also während gut eines Jahres arbeitsunfähig. Das Kriterium Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit ist daher erfüllt, aber nicht in ausgeprägter Weise.
5.3.8 Nach dem Gesagten sind bei diesem als mittelschwer, im Grenzbereich zu den schweren Unfällen zu qualifizierendem Unfall lediglich drei Kriterien (die Schwere oder besondere Art der erlittenen Verletzungen, Dauerschmerzen, Grad und Dauer der physisch bedingten Arbeitsunfähigkeit) erfüllt, indes keines in ausgeprägter Weise. Dies genügt für ein Bejahen der Adäquanz nicht. Die vom Beschwerdeführer geklagten psychischen Beschwerden, soweit überhaupt krankheitswertig vorhanden, sind somit nicht unfallkausal und für die Bestimmung des Rentenanspruchs und der Integritätsentschädigung unbeachtlich.

6.       Da sich der somatische Gesundheitszustand des Beschwerdeführers nicht verändert hat und kein unfallbedingter psychischer Gesundheitsschaden vorliegt, ist weder die auf einer Erwerbseinbusse von 20 % basierende Invalidenrente noch die Integritätsentschädigung von Fr. 16'194.--, entsprechend einer Einbusse der Integrität von 16,66 %, zu erhöhen. Da der Beschwerdeführer auch keinen Anspruch auf Taggelder hat (Erw. 2), erweist sich die Beschwerde als unbegründet und ist abzuweisen.

7.        
7.1     Weil das vorliegende Verfahren nicht als von vornherein aussichtslos bezeichnet werden kann, der Beschwerdeführer bedürftig ist (Zeugnis zur Erlangung der unentgeltlichen Verbeiständung, Urk. 3/6, und Bestätigung der Gemeinde Horgen vom 27. August 2008, Urk. 3/7) und den Prozess nicht alleine führen kann, ist ihm in der Person von Rechtsanwalt Dr. Acocella ein unentgeltlicher Rechtsvertreter zu bestellen.
7.2         Rechtsanwalt Dr. Acocella machte mit seiner Honorarnote einen Aufwand von 16.17 Stunden und Barauslagen von Fr. 170.-- geltend (Urk. 11), was bei einem Stundenansatz von Fr. 200.-- zuzüglich 7,6 % Mehrwertsteuer den Betrag von Fr. 3’662.70 ergibt. Hierzu ist festzuhalten, dass der geltend gemachte zeitliche Aufwand dem Schwierigkeitsgrad des vorliegenden Falls nicht angemessen erscheint, zumal sich der Rechtsvertreter des Beschwerdeführers schon im vorinstanzlichen Verfahren mit dem vorliegend zu beurteilenden Sachverhalt auseinandergesetzt hat, die Akten des Grundfalls aus früheren Verfahren kannte und sich keine komplexen juristischen Fragen stellen. Da nach § 8 Abs. 1 der Verordnung über die Gebühren, Kosten und Entschädigungen vor dem Sozialversicherungsgericht nur der notwendige Aufwand entschädigt wird, ist im Rahmen des gerichtlichen Ermessens die Entschädigung in Anlehnung an in vergleichbaren Fällen zugesprochene Entschädigungen auf Fr. 2'500.-- festzusetzen (inkl. Barauslagen und Mehrwertsteuer).



Das Gericht beschliesst:


           In Bewilligung des Gesuchs vom 22. September 2008 wird dem Beschwerdeführer Rechtsanwalt Dr. Domenico Acocella, Schwyz, als unentgeltlicher Rechtsvertreter für das vorliegende Verfahren bestellt,


und erkennt:
1.         Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.         Das Verfahren ist kostenlos.
3.         Der unentgeltliche Rechtsvertreter des Beschwerdeführers, Rechtsanwalt Dr. Domenico Acocella, Schwyz, wird mit Fr. 2’500.-- (inkl. Barauslagen und MWSt) aus der Gerichtskasse entschädigt. Der Beschwerdeführer wird auf § 92 ZPO hingewiesen.
4.           Zustellung gegen Empfangsschein an:
- Rechtsanwalt Dr. Domenico Acocella
- Schweizerische Unfallversicherungsanstalt unter Beilage des Doppels von Urk. 9
- Bundesamt für Gesundheit
sowie an:
- Gerichtskasse
5.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
           Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
           Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).