Zürich Sozialversicherungsgericht

kantone/zh_sozverger/UV.2011.00052.html 

Entscheide



UV.2011.00052

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
IV. Kammer
Sozialversicherungsrichter Engler, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichterin Arnold Gramigna

Sozialversicherungsrichter Hurst

Gerichtsschreiber Wyler
Urteil vom 23. August 2012
in Sachen
X.___
 
Beschwerdeführer

vertreten durch Rechtsanwalt Viktor Györffy
Advokatur Gartenhof
Gartenhofstrasse 15, Postfach 9819, 8036 Zürich

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Christian Schürer
Rebhalde 3, 6004 Luzern


Sachverhalt:
1.       Der 1956 geborene X.___ arbeitete seit dem 1. Januar 2001 als Monteur bei der Y.___ AG und war dabei bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) obligatorisch gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert, als er der SUVA am 3. Dezember 2004 Probleme im Zusammenhang mit dem Einatmen von Farbdämpfen meldete (Urk. 14/1). Am 27. März 2005 rutschte X.___ mit einer Schleifmaschine ab und verspürte anschliessend Schmerzen in der rechten Schulter und im Hüftgelenksbereich. In der Folge war er arbeitsunfähig (Unfallmeldung vom 22. April 2005, Urk. 13/1, Arztzeugnis UVG von Dr. med. Z.___, Facharzt FMH für Allgemeine Medizin, vom 20. Mai 2005, Urk. 13/3, und Bericht von Dr. Z.___ vom 2. August 2005, Urk. 13/12). Am 12. Dezember 2005 erlitt X.___ einen Autounfall. Der am 21. Dezember 2005 erstbehandelnde Dr. Z.___ diagnostizierte eine Distorsion der HWS und attestierte X.___ eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit bis 31. Dezember 2005 (Unfallmeldung UVG vom 12. Januar 2006, Urk. 12/1, und Arztzeugnis UVG von Dr. Z.___ vom 27. Januar 2006, Urk. 12/2). Am 22. Februar 2006 kündigte die Y.___ AG X.___ das Arbeitsverhältnis per 30. April 2006 (Urk. 12/12). Nachdem X.___ am 21. Mai 2006 als Beifahrer erneut einen Autounfall erlitten hatte (Bestätigung vom 21. Juni 2006, Urk. 10/1), wurde er am 11. August 2006 von Dr. med. A.___, Facharzt FMH für Chirurgie, Kreisarzt der SUVA, untersucht (Bericht vom 14. August 2006, Urk. 13/59). Am 29. Mai 2007 untersuchte Dr. A.___ X.___ erneut, wobei er festhielt, dass er bereits am 1. August 2006 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit aufgrund der HWS-Problematik mehr festgestellt habe. Ohne die entsprechende Exposition bestehe pulmonal keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Bezüglich der rechten Schulter bestehe eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit (Urk. 12/54). Mit Unterstützung der Arbeitslosenversicherung machte sich X.___ selbständig im Bereich Wassertechnik (Urk. 12/59) und konnte die Erwerbstätigkeit ab 1. Oktober 2007 wieder zu 50 % aufnehmen. Am 31. Januar 2008 teilte Dr. Z.___ der SUVA jedoch mit, dass wieder starke Schmerzen bestünden und eine Anmeldung in der Schultersprechstunde der F.___ erfolge, wo 2006 eine Schulterarthroskopie durchgeführt worden sei (Urk. 13/114). Mit Verfügung vom 25. März 2008 stellte die SUVA betreffend die Verkehrsunfälle vom 12. Dezember 2005 und vom 21. Mai 2006 die Versicherungsleistungen ein, weil keine weitere Behandlungsbedürftigkeit mehr bestehe und im Weiteren die noch geklagten Beschwerden nicht adäquat kausal zu den Unfällen seien (Urk. 12/71). Diese Verfügung erwuchs unangefochten in Rechtskraft. Mit Verfügung vom 20. Juni 2008 sprach die SUVA X.___ aufgrund der Schulterbeschwerden mit Beginn ab 1. Juni 2008 auf der Basis eine Jahresverdienstes von Fr. 75'620.-- eine einer Erwerbseinbusse von 21 % entsprechende Rente und eine auf einer Einbusse der Integrität von 7,5 % beruhende Entschädigung zu (Urk. 13/134). Nachdem X.___ hiergegen am 10. Juli 2008 Einsprache hatte erheben lassen (Urk. 13/136), wurde er am 27. Oktober 2009 von Dr. med. C.___, Facharzt für Chirurgie sowie für Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des Bewegungsapparates, von der Abteilung Versicherungsmedizin der SUVA untersucht (Gutachten vom 3. November 2009, Urk. 13/161A). Mit Entscheid vom 11. Januar 2011 wies die SUVA die Einsprache ab (Urk. 2).

2.       Hiergegen liess X.___ am 11. Februar 2011 durch Rechtsanwalt Viktor Györffy Beschwerde erheben und beantragen, es sei die Sache an die Beschwerdegegnerin zurückzuweisen, damit diese, nach Vornahme ergänzender Abklärungen, über die Leistungspflicht neu entscheide (Urk. 1). Die Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Christian Schürer, ersuchte mit Beschwerdeantwort vom 5. Juni 2011 um Abweisung der Beschwerde (Urk. 9), was dem Beschwerdeführer am 8. Juni 2011 mitgeteilt wurde (Urk. 15).

3.       Auf die Vorbringen der Parteien und die eingereichten Akten wird, soweit erforderlich, im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen eingegangen.

Das Gericht zieht in Erwägung:
1.
1.1     Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin den Sachverhalt genügend abgeklärt hat bzw. ob der Beschwerdeführer Anspruch auf höhere Versicherungsleistungen (Rente, Integritätsentschädigung) hat.
1.2     Das Sozialversicherungsgericht hat den Sachverhalt von Amtes wegen festzustellen und alle Beweismittel objektiv zu prüfen, unabhängig davon, von wem sie stammen, und danach zu entscheiden, ob sie eine zuverlässige Beurteilung des strittigen Leistungsanspruches gestatten. Insbesondere darf es beim Vorliegen einander widersprechender medizinischer Berichte den Prozess nicht erledigen, ohne das gesamte Beweismaterial zu würdigen und die Gründe anzugeben, warum es auf die eine und nicht auf die andere medizinische These abstellt (ZAK 1986 S. 188 E. 2a). Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Gutachtens ist im Lichte dieser Grundsätze entscheidend, ob es für die Beantwortung der gestellten Fragen umfassend ist, auf den erforderlichen allseitigen Untersuchungen beruht, die geklagten Beschwerden berücksichtigt und sich mit diesen sowie dem Verhalten der untersuchten Person auseinander setzt - was vor allem bei psychischen Fehlentwicklungen nötig ist -, in Kenntnis der und gegebenenfalls in Auseinandersetzung mit den Vorakten abgegeben worden ist, ob es in der Darlegung der medizinischen Zustände und Zusammenhänge einleuchtet, ob die Schlussfolgerungen der medizinischen Experten in einer Weise begründet sind, dass die rechtsanwendende Person sie prüfend nachvollziehen kann, ob der Experte oder die Expertin nicht auszuräumende Unsicherheiten und Unklarheiten, welche die Beantwortung der Fragen erschweren oder verunmöglichen, gegebenenfalls deutlich macht (BGE 134 V 231 E. 5.1; 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c; U. Meyer-Blaser, Die Rechtspflege in der Sozialversicherung, BJM 1989, S. 30 f.; derselbe in H. Fredenhagen, Das ärztliche Gutachten, 3. Aufl. 1994, S. 24 f.).

2.
2.1     Dr. Z.___ überwies den Beschwerdeführer mit Schreiben vom 26. September 2005 an die F.___. Er hielt dabei fest, am 27. März 2005 sei der Beschwerdeführer mit einer Schleifmaschine abgerutscht und habe anschliessend starke Schmerzen im rechten Schulterbereich verspürt. Er habe ihm Physiotherapie verordnet, worauf der Beschwerdeführer vorerst deutlich Fortschritte gemacht habe. Im Juni 2005 sei dann ein Arbeitsversuch gescheitert, der Beschwerdeführer habe über starke Nacken/Schulterschmerzen geklagt. Bis Anfang Juni 2005 seien die Beschwerden des Beschwerdeführers aber wieder rückläufig gewesen, sodass auf weitere Abklärungen verzichtet worden sei. Als Diagnosen nannte Dr. Z.___ (1) eine partielle Läsion der Subscapularissehne und (2) eine AC-Gelenksarthrose mit leichtem Impingement der Supraspinatussehne (Urk. 13/16).
2.2     Die F.___ diagnostizierte mit Bericht vom 13. Dezember 2005 Restbeschwerden Schulter rechts bei Status nach Schulterdistorsionstrauma am 27. März 2005. Nach nun mehr als 9 Monaten Beschwerden seit dem Trauma und ohne Ansprechen auf konservative Therapien sei eine weiterführende Diagnostik angezeigt. Sie vereinbarten deshalb eine Schulterarthroskopie. Vorgesehen sei eine diagnostische Schulterarthroskopie mit gegebenenfalls Bizepstenodese. Bei der heutigen Untersuchung sei das AC-Gelenk indolent, es soll aber anlässlich der Voruntersuchung nochmals zur allenfalls gleichzeitigen AC-Resektion evaluiert werden (Urk. 13/20). Die F.___ nahm am 20. Januar 2006 beim Beschwerdeführer eine Schulterarthroskopie, eine SLAP-Refixation und eine Acromioplastik rechts vor. Der Beschwerdeführer sei zu 100 % arbeitsunfähig (Bericht vom 26. Januar 2006, Urk. 13/24). Mit Bericht vom 13. Juli 2006 hielt die F.___ fest, fünf Monate postoperativ liege ein schleppender Verlauf vor. Heute stünden vor allem AC-Gelenkbeschwerden sowie das Einschlafgefühl der Finger im Vordergrund. Die Arbeitsunfähigkeit als Monteur betrage weiterhin 100 % (Urk. 13/58).
2.3     Dr. Z.___ berichtete der Beschwerdegegnerin am 26. Juni 2006, nachdem der Beschwerdeführer am 21. Mai 2006 einen erneuten Autounfall/Auffahrunfall als Beifahrer erlitten habe, habe sich der Nacken wieder deutlich verschlechtert. Während am 19. Mai 2006 die Nackenbeweglichkeit um etwa einen Drittel eingeschränkt gewesen sei, sei bei der letzten Konsultation die Beweglichkeit deutlich schlechter geworden, die HWS-Beweglichkeit sei um etwa 50 % eingeschränkt. Es bestünden Myogelosen und Druckdolenz im Bereich des Musculus sternocleido/mastoideus sowie nuchal im Bereich des Musculus trapezius (Urk. 12/26).
2.4     Der Beschwerdeführer wurde am 11. August 2006 von Kreisarzt Dr. A.___ untersucht. Betreffend Unfallereignis vom 27. März 2005 mit Verletzung der rechten Schulter und operativer Sanierung seien die Restfolgen nach Abschluss der Therapien zu bestimmen. In Bezug auf die zwei Verkehrsunfälle (12. Dezember 2005 und 21. Mai 2006) seien die heutigen Befunde sehr diskret: leichte unspezifische Verspannung der Hals-Nacken-Muskulatur rechtsbetont und leichte Bewegungseinschränkung ohne strukturelle Läsion, wobei der Röntgenbefund nicht zur Verfügung stehe. Die Behandlung sei in den nächsten Wochen abzuschliessen und mit dem Unfallereignis nicht mehr erklärbar. Der Status quo sine sei per 1. Oktober 2006 festzulegen (Abschluss der physiotherapeutischen Behandlungen). Der Beschwerdeführer gebe sodann eine typische HWS-Symptomatik an: Kopfschmerzen auf der rechten Schädelseite bis in die Stirne ziehend, Nackenschmerzen rechtsseitig bei Belastung und Tinnitus rechtsseitig, medizinisch nicht verifizierbar. Anlässlich der Untersuchung seien keine Symptome und Befunde aufgefallen. Es sei administrativ-juristisch die Adäquanz zum Unfallereignis zu prüfen. Bezüglich der HWS-Symptomatik bestehe somatisch keine Arbeitsunfähigkeit. Die rechte Schulter rechtfertige eine reduzierte Einsatz- und Belastungsfähigkeit und damit Leistungsfähigkeit. Grundsätzlich sei eine mindestens 50%ige Arbeitsfähigkeit in der angestammten Tätigkeit respektive auf dem freien Arbeitsmarkt - der Beschwerdeführer habe seit Monaten seine berufliche Tätigkeit durch Kündigung verloren - gewährleistet. Die definitive Beurteilung des Zumutbarkeitsprofils werde auf Anfang 2007 fällig mit Abschluss der Behandlungen an der rechten Schulter. Als vorläufiges Zumutbarkeitsprofil, welches sich mit Abschluss der Behandlung kaum ändern werde, ergebe sich: Dem Beschwerdeführer sei eine angepasste Tätigkeit vollschichtig zumutbar. Eine solche Tätigkeit müsse wechselbelastend sein. Zusatzbelastungen seien vom Boden bis Hüfthöhe im Umfang von 10 bis 15 Kilogramm vereinzelt, von Hüfthöhe bis über Schulterhöhe im möglichen Bewegungsumfang abnehmend von 5 bis 2 Kilogramm möglich. In den unteren Bewegungssegmenten bis Schulterhöhe bestehe ein uneingeschränkter Bewegungsumfang. Nicht zumutbar seien ausschliessliche Tätigkeiten auf Schulterhöhe oder darüber, kraftvolle Stoss-, Zug- und Drehbewegungen, kraftvolles repetitives Zupacken, schwere Arbeiten wie Pickeln, Schaufeln, Bohren, Vibrationen, Schläge und Spitzen sowie Zwangshaltungen (Urk. 13/59 S. 5-6).
2.5     Die F.___ untersuchte den Beschwerdeführer am 21. August 2006. Sie hielt hierzu mit Bericht vom 30. August 2006 als Diagnosen (1) einen Status nach Schulter-Arthroskopie, SLAP-Refixation und Acromioplastik rechts am 20. Januar 2006 bei SLAP-II-Läsion und subacromialer Bursaverdickung rechts, (2) einen Status nach Schulter-Distorsionstrauma am 27. März 2005, (3) eine arterielle Hypertonie und (4) einen Status nach Netzplastik mit Umbilikalhernie 2002 fest. Die Arbeitsunfähigkeit werde auf dem Unfallschein mit heutigem Datum erneut auf 100 % festgelegt. Zusätzlich werde ein Zeugnis über eine 100%ige Arbeitsunfähigkeit ab 21. August 2006 für sechs Wochen ausgestellt (Urk. 13/61).
2.6     Dr. Z.___ teilte der Beschwerdegegnerin am 18. September 2006 mit, es stimme nicht, dass keine somatischen Befunde an der HWS mehr hätten erhoben werden können. Anfangs September habe er eine deutlich eingeschränkte Beweglichkeit der HWS festgestellt, es hätten ebenfalls mehrere Druckpunkte bestanden. Der Beschwerdeführer leide unter Schwindel- und Sehbeschwerden sowie Kopf- und Nackenschmerzen. Seines Erachtens sei der Beschwerdeführer zu 100 % arbeitsunfähig (Urk. 12/36).
2.7     Mit Bericht vom 24. Januar 2007 bestätigte Dr. Z.___, dass der Beschwerdeführer wegen Funktionsdefizit seiner Augen vom 29. November 2006 bis 31. März 2007 zu 100 % arbeitsunfähig sei. Der Beschwerdeführer besuche im B.___ regelmässiges Augentraining (Urk. 13/69).
2.8     Dr. med. D.___, Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, diagnostizierte mit Bericht vom 16. Februar 2007 eine depressive Reaktion auf den Verlust von Arbeitsfähigkeit und körperlicher Gesundheit (ICD-10 F43.21). Bei rascher Wiedereingliederung in der Arbeitsprozess seien die Aussichten auf erneute Arbeitsfähigkeit seines Erachtens gut, sonst drohe eine Chronifizierung (Urk. 13/73).
2.9     Dr. A.___ untersuchte den Beschwerdeführer am 29. Mai 2007 erneut. Er hielt dazu im Bericht vom gleichen Tag fest, er habe beim Beschwerdeführer bereits am 1. August 2006 keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit von Seiten der HWS mehr festgestellt. Unterdessen sei wieder eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit im Unfallschein eingetragen. Er könne das nicht nachvollziehen und korrigiere es gemäss seinen Feststellungen. Bezüglich HWS-Distorsionstraumata seien keine wesentlichen somatischen Residuen mehr festzustellen. Sodann bestehe ohne die entsprechende Exposition pulmonal keine Einschränkung der Arbeitsfähigkeit. Betreffend die rechte Schulter sei eine 50%ige Arbeitsunfähigkeit festgelegt. Dies könne er aufgrund der bisherigen beruflichen Tätigkeit nachvollziehen und bestätigen. Das am 14. August 2006 ausformulierte Zumutbarkeitsprofil habe weiter Gültigkeit (Urk. 13/86). Die Einbusse der Integrität an der rechten Schulter betrage 7,5 % (Urk. 13/85).
2.10   Die F.___, Schulter-/Ellbogensprechstunde, welche den Beschwerdeführer am 2. April 2008 untersuchte, berichtete am 17. April 2008, die klinische Untersuchung deute auf das Vorliegen eines erneuten Impingementsyndroms der rechten Schulter bei klinisch intakter Rotatorenmanschette hin. Aus diesem Grund würden sie als nächstes eine subacromiale Infiltration röntgengesteuert mit Lidocain und Steroiden durchführen lassen (Urk. 13/126).
2.11   Am 13. Mai 2008 wies Dr. A.___ darauf hin, dass gestützt auf den Bericht der F.___ (E. 2.10) sich keine Änderung der Zumutbarkeit ergebe. Die im Bericht genannten Massnahmen müssten nicht abgewartet werden (Urk. 13/127).
2.12   Die F.___ hielt mit Bericht vom 3. Oktober 2008 fest, der Beschwerdeführer habe chronische Schulterschmerzen rechts und könne deshalb zurzeit nicht mehr als 50 % arbeiten. In der Untersuchung zeigten sich Hinweise für eine Bizepssehnentendinopathie. Deshalb würden sie - ohne Garantie - eine arthroskopische Behandlung mit Bizepstenotomie, Acromioplastik und AC-Gelenksresektion vorschlagen (Urk. 13/140).
2.13   Am 14. Oktober 2008 erklärt Kreisarzt Dr. A.___, seit seiner Untersuchung vom 29. Mai 2007 habe sich die Situation an der rechten Schulter nicht verändert. Die versicherungsmedizinischen Aspekte Integritätsentschädigung und Zumutbarkeitsprofil seien somit gleich geblieben (Urk. 13/141).
2.14   Dr. Z.___ berichtete am 9. März 2009 Rechtsanwalt Viktor Györffy, die Beschwerden des Beschwerdeführers stünden mit Sicherheit im Zusammenhang mit den Unfällen. Die Arbeitsunfähigkeit sei ab 1. August 2008 bis auf Weiteres mindestens 50 % (Urk. 13/151).
2.15   Dr. C.___ hielt gestützt auf die medizinischen Akten und die Ergebnisse der Untersuchung des Beschwerdeführers vom 27. Oktober 2009 in seinem Gutachten vom 3. November 2009 (Urk. 13/161A) als Diagnose eine leicht- bis mässiggradige Bewegungseinschränkung des rechten Schultergelenks mit (a) leichtgradiger Minderung der Kraft der an der Bildung der Rotatorenmanschette beteiligten Muskulatur und (b) leichtgradigem coracoidalem Impingement fest. Unfallunabhängig bestünden eine Adipositas und eine leichtgradige Bewegungseinschränkung beider Hüftgelenke mit endgradigem Rotationsschmerz auf der rechten Seite. Subjektiv leide der Beschwerdeführer unter unregelmässig auftretenden Kopfschmerzen, einer Schwindelsymptomatik und Ohrgeräuschen (S. 24). Im Zeitpunkt der Verfügung vom 20. Juni 2008 sei der Gesundheitsschaden medizinisch umfassend abgeklärt gewesen. Von weiteren Massnahmen sei zum Zeitpunkt der Verfügung keine namhafte Besserung der Unfallfolgen mehr zu erwarten gewesen. Am Zumutbarkeitsprofil, welches der Verfügung zugrunde gelegt worden sei, könne festgehalten werden. Eine angepasste Tätigkeit könne ganztags verrichtet werden. Die Einbusse der Integrität betrage 7,5 % (S. 30-31).

3.
3.1     Die Beschwerdegegnerin ging in der Verfügung vom 20. Juni 2008 (Urk. 13/134) und im Einspracheentscheid vom 11. Januar 2011 (Urk. 2) in Übereinstimmung mit Dr. A.___ und Dr. C.___ davon aus, dass der Beschwerdeführer aufgrund der Unfallfolgen eine für die rechte Schulter wechselbelastende Tätigkeit vollzeitig verrichten kann. Zusatzbelastungen von 10 bis 15 Kilogramm seien vom Boden bis Hüfthöhe vereinzelt und von Hüft- bis Schulterhöhe abnehmend von 5 bis 2 Kilogramm möglich. Die Schulter sei in den unteren Bewegungssegmenten (d.h. bis Schulterhöhe) uneingeschränkt beweglich. Nicht mehr zumutbar seien Tätigkeiten ausschliesslich auf Schulterhöhe und darüber, kraftvolle Stoss-, Zug- und Drehbewegungen, wiederholt kraftvolles Zupacken, schwere Arbeiten wie Pickeln, Schaufeln und Bohren, mit Vibrationen und Schlägen verbundene Tätigkeiten sowie Zwangshaltungen.
3.2     Den im Rahmen des Verwaltungsverfahrens durch die Sozialversicherung eingeholten Gutachten ist Beweiskraft zuzuerkennen, solange nicht konkrete Indizien gegen die Zuverlässigkeit des Gutachtens sprechen (BGE 125 V 351 E. 3b/bb S. 353). Das Gutachten von Dr. C.___ erfüllt sämtliche Voraussetzungen, welche an ein beweistaugliches Gutachten gestellt werden (E. 1.2). Hieran vermögen die Einwände des Beschwerdeführers (Urk. 1) nichts zu ändern. So führte Dr. C.___ mit dem Beschwerdeführer verschiedene Funktionstests zur Überprüfung der Feinmotorik durch, welche der Beschwerdeführer alle sicher und geschickt ohne jegliche Einschränkung durchführte. Auch die Messung der Handkraft des Beschwerdeführers ergab keine Auffälligkeiten, insbesondere auch nicht eine schlechtere Leistung der rechten als der linken Hand (Urk. 13/161A S. 23 und S. 28). Hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geklagten Kopfschmerzen und Schwindel gilt es zu beachten, dass die Beschwerdegegnerin bereits mit rechtskräftiger Verfügung vom 25. März 2008 festgestellt hat, dass diese organisch nicht hinreichend nachweisbar seien und nicht in einem adäquaten Zusammenhang mit einem versicherten Unfallereignis stünden (Urk. 12/71). Diese zutreffenden Feststellungen sind im vorliegenden Verfahren nicht mehr zu überprüfen. Dr. C.___ weist hinsichtlich der vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden zu Recht darauf hin, dass diese nicht mit der Tatsache in Einklang zu bringen sind, dass er sein 50%-Arbeitspensum auf wenige Tage verteilt und dabei teilweise während 10 Stunden und mehr arbeiten kann (S. 30). Die Einschätzung von Dr. C.___, welche in Übereinstimmung mit der ebenfalls auf eingehenden Untersuchungen beruhenden Beurteilung von Dr. A.___ steht (insb. E. 2.4), bildet daher eine zuverlässige Beurteilungsgrundlage.
3.3     An der Beweistauglichkeit des Gutachtens von Dr. C.___ vermögen die übrigen sich im Recht befindenden Berichte nichts zu ändern. So führte Dr. Z.___ zwar an, dass die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden unfallbedingt seien (E. 2.14), er begründet diese Ansicht aber nicht weiter. Sie ist deshalb nicht nachvollziehbar. Hinsichtlich der im Zusammenhang mit der HWS geklagten Beschwerden, über welche bereits rechtskräftig entschieden worden ist, gilt es zu beachten, dass Verhärtungen und Verspannungen der Muskulatur und Druckdolenzen für sich allein nicht als ausgewiesenes organisches Substrat qualifiziert werden können (Urteil des Bundesgerichts 8C_736/2009 vom 20. Januar 2010, E. 3.2). Organisch objektiv ausgewiesene Unfallfolgen liegen nur vor, wenn die erhobenen Befunde mit apparativen/bildgebenden Abklärungen bestätigt werden können. Objektivierbar sind Ergebnisse, die reproduzierbar und von der Person des Untersuchenden und den Angaben des Patienten unabhängig sind (Urteil des Bundesgerichts 8C_806/2007 vom 7. August 2008, E. 8.2 mit Hinweisen). Die Berichte von Dr. Z.___ beinhalten daher keine Indizien, welche gegen die Beweistauglichkeit des Gutachtens von Dr. C.___ sprechen würden.
         Bei den Berichten der F.___ gilt es zunächst zu beachten, dass dem Beschwerdeführer eine 50%ige Arbeitsfähigkeit attestiert wird, ohne dabei zu erläutern, für welche Tätigkeit eine solche reduzierte Arbeitsfähigkeit besteht (E. 2.12). Da Dr. C.___ lediglich für eine behinderungsangepasste, das heisst schulterschonende Tätigkeit eine 100%ige Arbeitsfähigkeit attestierte, steht die Einschätzung der F.___ derjenigen von Dr. C.___ und Dr. A.___ nicht entgegen. Betreffend die von der F.___ beschriebene Bizepstendinopathie und das subacromiale Impingement hält Dr. C.___ schlüssig fest, dass diese bei seiner Untersuchung nicht nachweisbar gewesen seien und dass gegen eine subacromiale Problematik sowie eine wesentliche Affektion des AC-Gelenkes auch spreche, dass die gezielten Infiltrationen subacromial und im Bereich des AC-Gelenkes nicht zu einer wesentlichen Schmerzreduktion geführt hätten (Urk. 13/161A S. 29).
3.4     Zusammenfassend ergibt sich somit, dass die Beschwerdegegnerin zu Recht auf die Einschätzung von Dr. C.___ und Dr. A.___ abgestellt hat und den Fallabschluss per 1. Juni 2008 vornahm. Ebenso erweist sich, unter Berücksichtigung der schlüssigen Beurteilungsgrundlagen, die Festsetzung der Einbusse der Integrität auf 7,5 % als rechtens. Anzufügen bleibt, dass allfällige - vom Beschwerdeführer jedoch nicht geltend gemachte - psychische Beschwerden (E. 2.8) nicht in einem adäquaten Kausalzusammenhang zu einem versicherten Unfallereignis stehen würden.

4.       Der von der Beschwerdegegnerin zur Prüfung des Rentenanspruchs vorgenommene Einkommensvergleich, gemäss welchem der Beschwerdeführer ohne Gesundheitsschaden ein Einkommen von Fr. 70'800.-- erzielt hätte und mit Gesundheitsschaden noch ein solches von Fr. 56'140.-- erzielen kann (Urk. 2 und Urk. 13/129), ist im Ergebnis nicht zu beanstanden, ergibt doch die parallele Anpassung an die Nominallohnentwicklung für das vorliegend massgebende Jahr 2008 keine Änderung des Invaliditätsgrades. Der Beschwerdeführer hat daher ab 1. Juni 2008 Anspruch auf eine auf einer Erwerbseinbusse von 21 % beruhende Rente.
         Die Beschwerde erweist sich somit in jeder Hinsicht als unbegründet und ist demnach vollumfänglich abzuweisen.

Das Gericht erkennt:
1.         Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.         Das Verfahren ist kostenlos.
3.         Zustellung gegen Empfangsschein an:
- Rechtsanwalt Viktor Györffy
- Rechtsanwalt Dr. Christian Schürer
- Bundesamt für Gesundheit
4.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
           Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
           Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).