Zürich Sozialversicherungsgericht

kantone/zh_sozverger/UV.2011.00282.html 

Entscheide



UV.2011.00282

Sozialversicherungsgericht
des Kantons Zürich
II. Kammer
Sozialversicherungsrichter Mosimann, Vorsitzender

Sozialversicherungsrichterin Käch

Ersatzrichterin Romero-Käser

Gerichtsschreiberin Schucan
Urteil vom 29. Januar 2013
in Sachen
X.___
 
Beschwerdeführer

gegen

Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
Rechtsabteilung
Postfach 4358, 6002 Luzern
Beschwerdegegnerin


Sachverhalt:
1.       X.___, geboren 1949, arbeitete als selbständiger Heizungstechniker und war damit als Einzelunternehmer im Rahmen der freiwilligen Unfallversicherung bei der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten versichert.
         Der Versicherte verletzte sich am 9. November 2009, als er mit seinem Fahrrad bei einer sich auf einer Kreuzung befindenden Baustelle stürzte (Urk. 12/1-2). Der erstbehandelnde Arzt Dr. med. Y.___ diagnostizierte eine Meniskusläsion des linken Knies, beidseitige Handgelenksprellungen, sowie eine Prellung der rechten Schulter (Urk. 12/13). Die SUVA anerkannte in der Folge ihre Leistungspflicht und kam für die notwendigen Leistungen auf.
         Mit Verfügung vom 4. Mai 2011 (Urk. 12/46) stellte die SUVA die Versicherungsleistungen per 27. März 2011 ein. Dagegen erhob der Versicherte am 11. und am 23. Mai 2011 Einsprache (Urk. 12/48, Urk. 12/51), welche die SUVA mit Entscheid vom 18. Juli 2011 (Urk. 12/80 = Urk. 2) abwies.

2.       Gegen den Einspracheentscheid vom 18. Juli 2011 (Urk. 2) erhob der Versicherte am 26. Juli 2011 direkt bei der SUVA Beschwerde (Urk. 1/1) und beantragte sinngemäss dessen Aufhebung sowie die Ausrichtung der gesetzlichen Leistungen. Mit Beschwerdeantwort vom 13. Dezember 2011 (Urk. 11) beantragte die SUVA die Abweisung der Beschwerde, was dem Versicherten am 21. Dezember 2011 (Urk. 13) zur Kenntnis gebracht wurde.


Das Gericht zieht in Erwägung:
1.      
1.1     Gemäss Art. 6 des Bundesgesetzes über die Unfallversicherung (UVG) werden - soweit das Gesetz nichts anderes bestimmt - die Versicherungsleistungen bei Berufsunfällen, Nichtberufsunfällen und Berufskrankheiten gewährt (Abs. 1).
1.2     Nach Art. 10 Abs. 1 UVG hat die versicherte Person Anspruch auf die zweckmässige Behandlung der Unfallfolgen, nämlich auf die ambulante Behandlung durch den Arzt, den Zahnarzt oder auf deren Anordnung durch eine medizinische Hilfsperson sowie im weitern durch den Chiropraktor (lit. a), die vom Arzt oder Zahnarzt verordneten Arzneimittel und Analysen (lit. b), die Behandlung, Verpflegung und Unterkunft in der allgemeinen Abteilung eines Spitals (lit. c), die ärztlich verordneten Nach- und Badekuren (lit. d) und die der Heilung dienlichen Mittel und Gegenstände (lit. e).
1.3     Die Leistungspflicht eines Unfallversicherers gemäss UVG setzt zunächst voraus, dass zwischen dem Unfallereignis und dem eingetretenen Schaden (Krankheit, Invalidität, Tod) ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht. Ursachen im Sinne des natürlichen Kausalzusammenhangs sind alle Umstände, ohne deren Vorhandensein der eingetretene Erfolg nicht als eingetreten oder nicht als in der gleichen Weise beziehungsweise nicht zur gleichen Zeit eingetreten gedacht werden kann. Entsprechend dieser Umschreibung ist für die Bejahung des natürlichen Kausalzusammenhangs nicht erforderlich, dass ein Unfall die alleinige oder unmittelbare Ursache gesundheitlicher Störungen ist; es genügt, dass das schädigende Ereignis zusammen mit anderen Bedingungen die körperliche oder geistige Integrität der versicherten Person beeinträchtigt hat, der Unfall mit andern Worten nicht weggedacht werden kann, ohne dass auch die eingetretene gesundheitliche Störung entfiele (BGE 129 V 177 E. 3.1, 406 E. 4.3.1, 123 V 45 E. 2b, 119 V 335 E. 1, 118 V 289 E. 1b, je mit Hinweisen).
Ob zwischen einem schädigenden Ereignis und einer gesundheitlichen Störung ein natürlicher Kausalzusammenhang besteht, ist eine Tatfrage, worüber die Verwaltung beziehungsweise im Beschwerdefall das Gericht im Rahmen der ihm obliegenden Beweiswürdigung nach dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit zu befinden hat. Die blosse Möglichkeit eines Zusammenhangs genügt für die Begründung eines Leistungsanspruches nicht (BGE 129 V 177 E. 3.1, 119 V 335 E. 1, 118 V 286 E. 1b, je mit Hinweisen).
1.4     Wird durch den Unfall ein krankhafter Vorzustand verschlimmert oder überhaupt erst manifest, fällt der natürliche Kausalzusammenhang dahin, wenn und sobald der Gesundheitsschaden nur noch und ausschliesslich auf unfallfremden Ursachen beruht. Dies trifft dann zu, wenn entweder der Gesundheitszustand, wie er unmittelbar vor dem Unfall bestanden hat (Status quo ante) oder aber derjenige Zustand, wie er sich nach dem schicksalsmässigen Verlauf eines krankhaften Vorzustandes auch ohne Unfall früher oder später eingestellt hätte (Status quo sine), erreicht ist (RKUV 1992 Nr. U 142 S. 75 E. 4b mit Hinweisen; nicht publiziertes Urteil des Bundesgerichts U 172/94 vom 26. April 1995). Das Dahinfallen jeder kausalen Bedeutung von unfallbedingten Ursachen eines Gesundheitsschadens muss mit dem im Sozialversicherungsrecht üblichen Beweisgrad der überwiegenden Wahrscheinlichkeit nachgewiesen sein (RKUV 2000 Nr. U 363 S. 45; BGE 119 V 7 E. 3c/aa). Da es sich hiebei um eine anspruchsaufhebende Tatfrage handelt, liegt aber die entsprechende Beweislast - anders als bei der Frage, ob ein leistungsbegründender natürlicher Kausalzusammenhang gegeben ist - nicht bei der versicherten Person, sondern beim Unfallversicherer (RKUV 1994 Nr. U 206 S. 328 f. E. 3b, 1992 Nr. U 142 S. 76).
1.5     Hinsichtlich des Beweiswertes eines ärztlichen Berichtes ist entscheidend, ob der Bericht für die streitigen Belange umfassend ist, auf allseitigen Untersuchungen beruht, auch die geklagten Beschwerden berücksichtigt, in Kenntnis der Vorakten (Anamnese) abgegeben worden ist, in der Darlegung der medizinischen Zusammenhänge und in der Beurteilung der medizinischen Situation einleuchtet und ob die Schlussfolgerungen in der Expertise begründet sind (BGE 125 V 351 E. 3a, 122 V 157 E. 1c).

2.      
2.1     Die Beschwerdegegnerin begründete in ihrem Einspracheentscheid (Urk. 2) die Einstellung der Leistungen per 27. März 2011 damit, dass gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung vom April 2011 davon auszugehen sei, dass in Bezug auf das linke Kniegelenk aufgrund der minimalen Symptomatik und der im Vordergrund stehenden degenerativen Veränderungen auf eine operative Sanierung richtigerweise verzichtet worden sei und anderweitige Therapien nicht notwendig seien. An den beiden Handgelenken und der rechten Schulter hätten bei ebenfalls vorbestehenden degenerativen Veränderungen keine auf das Unfallereignis vom 9. November 2009 zurückführbaren traumatischen Läsionen mehr verifiziert werden können (S. 2 lit. A, S. 6 ff. Ziff. 5 lit. b-d). Allfällige Haftpflichtansprüche, welche der Beschwerdeführer gegenüber Dritten habe, seien nicht zu prüfen, und dem Beschwerdeführer seien sämtliche Akten zugestellt worden (S. 3 f. Ziff. 1-2). Ein Anspruch auf Schmerzensgeld, auch wenn man ihn als Anspruch auf eine Integritätsentschädigung interpretiere, bestehe nicht (S. 8 Ziff. 6 lit. a-b).
2.2     Der Beschwerdeführer hielt in seiner Beschwerde (Urk. 1) sinngemäss an den schon anlässlich der Einsprache vom Mai 2011 (Urk. 12/48) geltend gemachten Anträgen fest. Nebst der Zustellung sämtlicher Akten verlange er Auskünfte darüber, ob die Unfallstelle vorschriftsgemäss gekennzeichnet und abgesperrt gewesen sei (Urk. 12/48 S. 3). Sinngemäss beantragte er die Ausrichtung der gesetzlichen Versicherungsleistungen über das Datum vom 27. März 2011 hinaus. Er machte geltend, dass es nicht der Wahrheit entspreche, dass seine Knieverletzungen abgeheilt seien (Urk. 1 S. 2). Zusätzlich stellte er ein Begehren auf die Ausrichtung von Schmerzensgeld und Ersatz des entstandenen Sachschadens (Urk. 12/48 S. 4 unten).
2.3     Strittig und zu prüfen ist, ob die Beschwerdegegnerin für die bestehenden Beschwerden des Beschwerdeführers über den 27. März 2011 hinaus noch leistungspflichtig ist.

3.
3.1     Am 21. November 2009 fand bei Dr. med. Y.___, Facharzt FMH für Allgemeinmedizin, die Erstbehandlung statt. In seinem Bericht vom 30. Januar 2010 (Urk. 12/13) nannte er als Diagnose beidseitige Handgelenksprellungen, eine Schulterprellung rechts sowie eine Meniskusläsion links medial (Ziff. 5). Er attestierte keine daraus folgende Arbeitsunfähigkeit (Ziff. 8-9).
3.2     Nach am 19. Januar 2010 durchgeführtem MRI des linken Knies berichtete Dr. med. Z.___, Facharzt FMH für Radiologie, in seinem gleichentags erstellten Bericht (Urk. 12/12 = Urk. 12/26/6) von einer ausgedehnten Rissbildung mit Kontakt zur Meniskusunterfläche in der Pars intermedia und dem Hinterhorn des medialen Meniskus, sowie über vorliegende degenerative Veränderungen im lateralen Meniskusvorderhorn bei lateral betonter Gonarthrose. Er führte aus, dass eine schwere Femoropatellararthrose, insbesondere der lateralen Fazette bei aspektmässiger Trochleadysplasie und ein Status nach Patella-Luxationen vorlägen, nebst einer kleinen Bakerzyste (S. 1).
3.3     Nach am 26. Februar 2010 durchgeführtem MRI des rechten Handgelenks nannte Dr. Z.___ in seinem Bericht vom 1. März 2010 (Urk. 12/26/4) als Diagnose den Verdacht auf eine Läsion der styloidalen Fasern des triangulären fibrokartilaginären Komplex (TFCC) bei intakten fovealen Fasern und ein geringes umgebendes Weichteilödem sowie eine fragliche Läsion des proximalen Anteils des lunotriquetralen Bandes bei fehlender Abgrenzbarkeit. Zusätzlich diagnostizierte er das Vorliegen einer leichten Radiokarpalarthrose und mehrerer kleinen zystischen Knochenveränderungen in den Handwurzelknochen, welche differenzialdiagnostisch als altposttraumatisch, als kleine intraossäre Ganglien oder als degenerativ einzuschätzen seien (S. 1).
3.4     In seinem Bericht vom 8. März 2010 (Urk. 12/26/9-10) stellte Dr. med. A.___, Leitender Arzt, Kantonsspital B.__ (B.___), folgende Diagnosen (S. 1):
- chronisch rezidivierende Acromio clavicular (AC)-Gelenksbeschwerden nach AC-Gelenksluxation Tossy II rechts am 21. Mai 2005
- Status nach Beurteilungen und Behandlungen, mit Behandlungsabschluss am 16. April 2006
- Status nach Kniedistorsion links am 9. November 2009 mit
- komplexer medialer Meniskus-Hinterhornläsion
- lateralen Meniskusveränderungen bei lateral betonter Gonarthrose
- schwerer Femoropatellararthrose, lateral betont, fraglicher Status nach Patella-Luxationen
- kleine Bakerzyste
- aktuell: normal rezidivierende Schwindelattacken mit Gangunsicherheit
- aktuell: posttraumatische Handgelenksbeschwerden beidseits, subkutaner Tumor Grundphalanx Dig II rechts
         Dr. A.___ führte aus, die an der rechten Schulter bestehende AC-Gelenksarthrose sei Folge der AC-Gelenksluxation Tossy II im Jahre 2005 (S. 2).
3.5     Am 21. April 2010 (Urk. 12/26/11) berichtete Dr. med. C.___, Facharzt FMH für Radiologie, nach am 20. April 2010 durchgeführtem MRI des rechten Ellbogens und des linken Daumens, es lägen ein normales rechtes Ellbogengelenk ohne degenerative Veränderungen, eine gering bis mässige Rhizarthrose und eine geringgradige Interphalangialarthrose des Daumens vor (S. 1).
3.6     Nach am 31. August 2010 durchgeführter elektrophysiologischer Untersuchung führte Dr. med. D.___, Oberärztin Neurologie, E.___ Klinik, in ihrem gleichentags erstellten Bericht (Urk. 12/29) aus, dass sich die anamnestisch bestehenden Kribbelparästhesien in allen fünf Fingern als Auftreten infolge eines Velounfalles klinisch nicht hätten bestätigen lassen. So gebe es keine Hinweise für eine myeläre oder radikuläre Ätiologie der beklagten Beschwerden. Die Ursache sei am ehesten durch ein leichtgradiges Sulcus ulnaris Syndrom bedingt. Dies erkläre allerdings nicht warum alle fünf Finger kribbelten und der Beschwerdeführer zusätzlich auch über Parästhesien in den Füssen klage. Therapeutisch würde sie Magnesium empfehlen (S. 1).
3.7     Die Ärzte der Handchirurgie, E.___ Klinik, stellten in ihrem Bericht vom 22. Dezember 2010 (Urk. 12/32) folgende Diagnosen (S. 1):
- symptomatische Pisotriquetralarthrose beidseits bei
- Status nach Steroid-Infiltration rechts, 4. Oktober 2010 (vgl. Urk. 12/30)
- Läsion der ulnocarpalen Ligamente am rechten Handgelenk bei
- Status nach Velosturz, November 2009
- oligosymptomatische Epicondylitis humeri ulnaris rechts
- Rhizarthrose beidseits (links mehr als rechts)
- Morbus Dupuytren (Stadium N nach Tubiana) Dig IV beidseits
- Status nach Tumorexzision am rechten Zeigefinger, März 2010, B.___ (vgl. Urk. 12/26/5)
- Status nach Osteosynthese einer Radiusfraktur links und anschliessender Metallentfernung 1957
         Die Ärzte führten aus, dass im Moment die Schulterbeschwerden im Vordergrund stünden und der Beschwerdeführer weitere Abklärungen wünsche (S. 1).
3.8     Nach am 21. Februar 2011 durchgeführtem Arthro MRI des linken Schultergelenkes (Urk. 12/40) führte Dr. med. F.___, Leitender Arzt Orthopädie, E.___ Klinik, in seinem gleichentags verfassten Bericht (Urk. 12/39) aus, dass im Vordergrund eine retraktile Kapsulitis bei Verdacht auf eine Sulcus-Instabilität der langen linken Bizepssehne stehe. Aufgrund der insgesamt jedoch intakten anatomischen Strukturen empfehle er ein konservatives Vorgehen (S. 1).
3.9     Kreisarzt Dr. med. G.___, Facharzt FMH für Chirurgie, hielt in seiner Beurteilung vom 28. April 2011 (Urk. 12/44) fest, dass 1957 am linken Handgelenk des Beschwerdeführers eine Osteosynthese einer Radiusfraktur mit anschliessender Metallentfernung durchgeführt worden sei. Die Handgelenksprellung nach dem Sturz am 9. September 2009 habe laut Verlaufsakten zu keiner Verschlimmerung der Situation geführt. Betreffend die beim Unfallereignis erlittene Handgelenksprellung rechts, welche ebenfalls ausführlich abgeklärt worden sei, seien keine frischen traumatischen Läsionen sondern degenerative Veränderungen, welche mit dem Unfallereignis nicht vereinbar seien, diagnostiziert worden.
         Dr. G.___ führte aus, dass die parallele Kniedistorsion links wohl eine Rissbildung im medialen Meniskus ergeben habe, was jedoch nicht invasiv habe behandelt werden müssen und unterdessen abgeheilt sei. Bei den degenerativen Veränderungen im Kniegelenk lateral betont sei der Status quo sine am 19. Januar 2010 mit der MRI-Untersuchung erreicht.
         An der rechten Schulter bestünden Residuen nach einem Unfallereignis vom 21. Mai 2005 mit AC-Gelenksarthrose.
         In keinem Zusammenhang zum Unfallereignis stünden die Epicondylitis humeri ulnaris rechts, der subkutane Tumor in der Grundphalanx Dig II rechts (Riesenzellentumor), die Schwindelattacken und die Gangunsicherheit. Ebenfalls werde der Zusammenhang verneint zu den degenerativen Schulterveränderungen links und zu dem Morbus Dupuytren Dig IV beidseits.
         Zusammenfassend führte Dr. G.___ aus, dass keine neuen wesentlichen beeinträchtigenden Schädigungen durch das Unfallereignis festzustellen seien, medizinisch per 19. Januar 2010 mit Abschluss aller Untersuchungen Anfang März 2011 (S. 5).
3.10   Am 29. März 2011 (Urk. 12/45) stellte sich der Beschwerdeführer für eine Zweitmeinung betreffend seines Knieleidens in der E.___klinik vor. Nach gleichentags durchgeführtem Röntgen und Hinzuziehen der MRI-Aufnahmen vom 19. Januar 2010 (S. 1), berichtete Dr. med. H.___, Assistenzarzt Orthopädie, dass einerseits eine Femoropatellararthrose links und andererseits eine Meniskusrissbildung im medialen Hinterhorn links bestehe. Der Femoropatellarschmerz scheine im Vordergrund zu stehen. Von Seiten des Meniskus bestünden keine Kniegelenksblockaden. Der Beschwerdeführer sei darauf hingewiesen worden, dass Kontaktsportarten sowie Joggen auf harter Unterlage für die Arthrose sicherlich nicht förderlich seien, Joggen auf weicher Unterlage oder Velofahren hingegen günstig (S. 2).

4.
4.1     Die Beschwerdegegnerin stützte die Einstellung der Leistungen auf die kreisärztliche Einschätzung von Dr. G.___ vom April 2011, wonach die bestehenden Beschwerden primär auf unfallfremde und degenerative Vorzustände zurückzuführen seien und somit als in keinem Zusammenhang mit dem Unfallereignis mehr stehend zu betrachten seien (vorstehend E. 2.1).
4.2     Die Einschätzung von Dr. G.___ (vorstehend E. 3.9) berücksichtigt die vom Beschwerdeführer geklagten Beschwerden und setzt sich mit diesen umfassend auseinander. Sie wurde sodann in Kenntnis der wesentlichen Vorakten abgegeben, leuchtet in der Darlegung der medizinischen Situation ein, und die Schlussfolgerung ist in nachvollziehbarer Weise begründet. Sie erfüllt daher die Anforderungen an eine beweiskräftige Expertise (vorstehend E. 1.5). Insbesondere ergaben auch die übrigen vorliegenden medizinischen Akten nichts, was auf eine anderweitige Einschätzung der Lage hindeuten würde. Somit ist darauf abzustellen.
         Der Unfall im November 2009 hat nebst den Prellungen an der rechten Schulter und den Handgelenken zu einer Schädigung des linken medialen Meniskus geführt (vorstehend E. 3.1-2). Das im Januar 2010 veranlasste MRI des linken Knies bestätigte nebst der unfallbedingten Verletzung des Meniskus das Vorliegen massiver degenerativer Veränderungen im linken Knie, namentlich einer schwere Femoropatellararthrose (vorstehend E. 3.2). Dies wurde sodann auch durch Dr. A.___ im März 2010 bestätigt (vorstehend E. 3.4) und Dr. H.___ befand die Femoropatellararthrose im März 2011, anlässlich der vom Beschwerdeführer eingeholten Zweitmeinung, als für die Schmerzproblematik im Vordergrund stehend (vorstehend E. 3.10), womit er die kreisärztliche Einschätzung bestätigte.
         Auch in Bezug auf die Handgelenke und Hände wurde der Beschwerdeführer aufgrund seiner persistierenden Beschwerden umfassend abgeklärt (vorstehend E. 3.3, E. 3.5-7). Es ergaben sich jedoch bei vorbestehenden degenerativen und anderen Veränderungen, keine Hinweise auf weiterhin dem Unfallereignis zuzuschreibende traumatische Läsionen.
         Betreffend die rechte Schulter lagen schon vor dem Unfallereignis chronisch rezidivierende AC-Gelenksbeschwerden nach einer AC-Gelenksluxation im Mai 2005 vor, und Dr. A.___ führte im März 2010 die bestehende AC-Gelenksarthrose auf dieses Ereignis zurück (vorstehend E. 3.4). Auch in Bezug auf die linke Schulter gehen aus den Akten keine Anhaltspunkte hervor, welche darauf schliessen liessen, dass die im Februar 2011 diagnostizierte retraktile Kapsulitis bei Verdacht auf eine Sulcus-Instabilität (vorstehend E. 3.8) auf das Unfallereignis im November 2009 zurückzuführen wäre.
4.3     Zusammenfassend ist festzuhalten, dass gestützt auf die kreisärztliche Beurteilung von Dr. G.___ davon ausgegangen werden kann, dass die heute bestehenden Beschwerden nicht mehr unfallkausal sind, sondern dem degenerativen krankhaften Vorzustand und unfallfremden Ursachen zuzuschreiben sind, und hierfür keine Leistungspflicht der Beschwerdegegnerin mehr besteht.
         Die Einstellung der Versicherungsleistungen per 27. März 2011 erfolgte demgemäss korrekterweise, was zur Abweisung der Beschwerde führt.

5.
5.1     Der Beschwerdeführer wies in seiner Beschwerde darauf hin, dass immer noch nicht geklärt worden sei, ob die Baustelle vorschriftsgemäss gesichert gewesen sei und verlangte Ersatz der beschädigten Sachwerte (Urk. 12/48 S. 3). Ob und in wie weit dem Beschwerdeführer hieraus Ansprüche aus Haftpflichtrecht gegen Dritte zustehen, bildet nicht Gegenstand dieses Verfahrens und wird daher nicht geprüft. Hierauf wurde der Beschwerdeführer von Seiten des Gerichtes bereits im Vorfeld hingewiesen (vgl. Urk. 16).
5.2     Soweit das geforderte Schmerzensgeld als Integritätsentschädigung zu interpretieren ist, ist darauf hinzuweisen, dass die Voraussetzungen zur Zusprache einer Integritätsentschädigung, wie die Beschwerdegegnerin richtig ausführt (vorstehend E. 2.1), nach Art. 24 Abs. 1 UVG ohnehin nicht erfüllt sind, da der Beschwerdeführer durch den Unfall vom 9. November 2009 keine dauernde und erhebliche Schädigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Integrität erlitten hat. Im abschliessend geregelten Leistungskatalog der gesetzlichen Versicherungsleistungen des UVG ist Schmerzensgeld im engeren Sinne nicht vorgesehen.
5.3     Der Beschwerdeführer machte zusätzlich geltend, nicht sämtliche Akten zur Einsicht erhalten zu haben. Aus den Akten geht jedoch hervor, dass ihm spätestens mit dem Schreiben der Beschwerdegegnerin vom 4. Juli 2011 (Urk. 12/53) sämtliche Akten zugestellt worden sind, weshalb die diesbezüglich vorgebrachten Einwendungen hinfällig sind. Zusätzlich wurde er von Seiten des Gerichtes darauf hingewiesen, dass er, sofern ihm nicht sämtliche Akten bekannt sein sollten, er diese nach telefonischer Anmeldung am Sitz des Gerichtes hätte einsehen können. In diesem Rahmen wurde dem Beschwerdeführer auch mehrfach erklärt, weshalb bei ihm zu Hause keine Besprechung stattfinden und auf eine persönliche Anhörung verzichtet werde (vgl. Urk. 15-16, Urk. 18).


Das Gericht erkennt:
1.         Die Beschwerde wird abgewiesen.
2.         Das Verfahren ist kostenlos.
3.         Zustellung gegen Empfangsschein an:
- X.___
- Schweizerische Unfallversicherungsanstalt
- Bundesamt für Gesundheit
4.         Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit der Zustellung beim Bundesgericht Beschwerde eingereicht werden (Art. 82 ff. in Verbindung mit Art. 90 ff. des Bundesgesetzes über das Bundesgericht, BGG). Die Frist steht während folgender Zeiten still: vom siebten Tag vor Ostern bis und mit dem siebten Tag nach Ostern, vom 15. Juli bis und mit 15. August sowie vom 18. Dezember bis und mit dem 2. Januar (Art. 46 BGG).
           Die Beschwerdeschrift ist dem Bundesgericht, Schweizerhofquai 6, 6004 Luzern, zuzustellen.
           Die Beschwerdeschrift hat die Begehren, deren Begründung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift des Beschwerdeführers oder seines Vertreters zu enthalten; der angefochtene Entscheid sowie die als Beweismittel angerufenen Urkunden sind beizulegen, soweit die Partei sie in Händen hat (Art. 42 BGG).